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Zuletzt aktualisiert: 12.06.2010 um 20:30 UhrKommentare

Sein Herz schlägt für die Kinder

Alexander Treffner (26) ist ein Exot: Der Villacher ist einer von nur acht Kindergärtnern im Land. "Von den Kindern kommt so viel, ich bin dankbar für meinen Beruf."

Alex, Alex!" rufen die Kinder über den Garten, wenn Alexander Treffner, 26-jähriger Kindergartenpädagoge am Städtischen Kindergarten Pestalozzi in Villach, in ihre Nähe kommt. Alexander Treffner ist als Mann ein Exot in einer frauendominierten Sphäre. "Kein Problem für mich und meine Umgebung", winkt Treffner Fragen nach Schwierigkeiten ab. Weder seine Frau, die Büroangestellte Olivia, mit der er seit zwei Jahren verheiratet ist, noch Familie oder Freunde fanden es seltsam, dass er diese Aufgabe wählte. "Von Kindern kommt so viel, ich habe das Gefühl, dankbar für meinen Beruf sein zu müssen."

Dass der Beruf des Kindergartenpädagogen von nur sehr wenigen Kärntnern ausgeübt wird, mag auch am eher niedrigen Einstiegsgehalt von 1500 Euro brutto liegen. Acht Männer üben diesen Beruf hierzulande aus.

Als Treffner selbst ein Kindergartenkind war, fand man ihn am ehesten in der Bauecke, beim Zeichnen oder im Freien beim Versteckspiel. Nach der Hauptschule, wo er bei berufspraktischen Tagen schon im Kindergarten schnupperte, wählte Treffner, dessen Mutter Volksschullehrerin ist, eine für Burschen nicht ganz übliche Ausbildung: Er absolvierte, wie zurzeit auch seine Schwester, als einer von wenigen das "Bakip" in Klagenfurt. In diesem Schuljahr besuchen 15 Burschen (bei insgesamt 480 Schülern) die Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Klagenfurt, Tendenz leicht steigend. Absolventen wagen dennoch oft nicht den Sprung in die Praxis, manche werden Horterzieher, wieder andere wählen ein Studium.

Für Treffner war es klar, dass er sich als Kindergartenpädagoge, wie sein Beruf exakt bezeichnet ist, bewirbt. Nach drei Jahren im Kindergarten Landskron ist er nun schon im vierten Jahr im Kindergarten Pestalozzi, einen im Zentrum Villachs gelegenen Kindergarten mit 60 Prozent Migrationsanteil. "16 Muttersprachen gibt es hier, die Kinder stammen aus 13 verschiedenen Nationen." Dass im von 115 Kindern und 20 Kindergartenmitarbeitern bevölkerten Haus eine so multikulturelle Atmosphäre herrscht, findet Treffner bereichernd.

"Wenn Ramadan, der Fastenmonat, zu Ende ist, bringen die Eltern viele Kuchen, und es wird fest gegessen", erzählt Treffner. Manche Eltern stellen ihre Kultur vor oder zeigen - wie eine Marokkanerin -, wie man Henna-Tattoos aufmalt. "Integration heißt für uns nicht nur, dass wir die hiesige Kultur vermitteln, sondern auch die andere akzeptieren", erklärt der Pädagoge.

Sein Schwerpunkt im Kindergartenalltag ist die Sprache. Er hat sich in einem Kurs zur Sprachförderung weitergebildet und arbeitet vor allem mit Kindern, die kurz vor dem Schuleintritt stehen. "Manche können kein Wort Deutsch." Spielerisch, mit dem geduldigen Benennen von Gegenständen oder Tätigkeiten, will man erreichen, dass die Kinder einfache Anweisungen verstehen oder sich in basalen Dingen mitteilen können.

"Ich bin ein sehr glücklicher Kindergärtner", sagt Treffner. Er packt an, wo eine starke Hand gebraucht wird. Während er, der gut Gitarre spielen kann, die Kinder bei "Hänsel und Gretel" oder dem "Pippi-Langstrumpf-Lied" begleitet, hört er privat lieber AC/DC oder deutsche Folk-Bands. Seine liebste Entspannung ist das Nichtstun, und als Sport betreibt er jetzt im Sommer schwimmen und rudern. Morgens, wenn er nach einem kurzen "Guten-Morgen-Gespräch" mit Kolleginnen aus dem Keller, wo ein Personalraum ist, zu den Kindern kommt, strahlen ihn deren Gesichter an. "Das ist unvergleichlich, ich fühle mich hier glücklich." Wer kann das schon von seinem Arbeitsplatz sagen?


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