Bezirks- und Gemeindesuche
Hochprozentiger Kammerherr
Landwirt Hans Mikl (50), neuer Kammeramtsdirektor der Landwirtschaftskammer, tritt heute seinen ersten Arbeitstag an. Er will Tradition und Innovation verbinden.
Das einzig Konstante ist der Wandel und man braucht Flexibilität, sich ihm anzupassen", sagt Hans Mikl, der heute am Wendepunkt seiner Karriere steht. Vor einigen Jahren hatte der versierte Betreuer landwirtschaftlicher Projekte die Landwirtschaftskammer verlassen, um sich verstärkt seinem Bauernhof vulgo "Gams" in Hart bei Riegersdorf zu widmen, wo er hochwertige Speiseöle und Obstdestillate produziert. Nun kehrt er nach Jahren intensiver Beratertätigkeit in Südosteuropa im Auftrag von EU und Weltbank als Direktor des Kammeramtes zurück.
Der Bodenkultur-Diplomingenieur, der nun für die operativen und finanziellen Belange der Landwirtschaftskammer zuständig ist, will die "raumgreifendste Interessensvertretung Kärntens" als kundenorientierten Dienstleistungsbetrieb für die bäuerliche Bevölkerung weiterführen. "Eine Revolution wird nicht stattfinden, ich setze auf Evolution im Sinne der Nachhaltigkeit", betont der zweisprachige Agrarökonom und bekennende Traditionalist mit Offenheit für Veränderung und Innovation. "Werte sind mir sehr wichtig", erklärt der Familienmensch, für den seine fünf Kinder der "einzige wahre Reichtum" sind und der die tatkräftige Unterstützung von Ehefrau Brigitta sehr zu schätzen weiß.
In der Erziehung wie in der Mitarbeiterführung möchte der Pfarrgemeinderat, der sich jeden Sonntag "eine Stunde Zeit für den Herrgott" nimmt, Vorbild sein und die ihm Anvertrauten liebend fördern und zu Verantwortungsbewusstsein motivieren. Ausbildung und Freiheit, den eigenen Weg zu finden, solle man Kindern wie Mitarbeitern bieten, meint der ehemalige Obmann der Bäuerlichen Bildungsgemeinschaft Südkärnten KIS und Posojilnica-Funktionär, der die Kinder in die Schule nach Tarvis führt, um sie dreisprachig zu erziehen.
"Der Mensch braucht auch Kultur", ist eine weitere Maxime des Tenor-Chorsängers und begeisterten Polkatänzers, der früher Schlagzeuger in einer Rockband war und jedes Kind ein Instrument lernen lässt. Nicht nur die Wirtschaftstauglichkeit zähle beim Menschen, ist Mikl überzeugt. "Auch die Seele braucht Nahrung."








