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Schnell auch ohne Ernst
Schnell, kurz und erfolgreich! Im Sauseschritt verlief die Karriere des einstigen 100-Meter-Rekordhalters Elmar Kunauer, der morgen 70 wird.

Foto © KoscherFür den Klagenfurter Leichtathletik-Klub startete Elmar Kunauer bei dem Olympischen Spielen in Rom. Am Sonntag feiert der nach wie vor sportliche Kärntner seinen 70er
Der Lavanttaler schrieb Leichtathletik-Geschichte, als er 1960 mit 20 Jahren bei der Eröffnung des Klagenfurter Stadions die 100 Meter in 10,4 Sekunden heruntertrommelte. Damit hielt Elmar Kunauer acht Jahre den österreichischen und 43 (!) Jahre lang den Kärntner Sprintrekord. Eine Zeit, die immer noch verblüfft, weil sie auf Aschenbahnen ohne Hightech-Spikes und ohne wissenschaftliche Trainingsmethoden erzielt wurde.
Wenn der Sprinter mit dem Gardemaß von 1,87 Meter seine Füße in Bewegung setzte, sah das ganz und gar nicht nach Schwerarbeit aus. Während die Konkurrenten mit den Armen pumpten und mit den Beinen stampften, lächelte Kunauer. Fast so wie Usain Bolt, heute der Mann vom anderen Sprint-Stern.
Mit den 10,4 Sekunden qualifizierte sich der für den Klagenfurter Leichtathletik-Klub startende Sprinter für die Olympischen Spiele in Rom. Die hat er eher in schlechter Erinnerung: Erstens bekam er von der Eröffnung nichts mit, weil er mit seinem Vereinskollegen Hans Muchitsch erst während der Spiele aus finanziellen Gründen mit dem Zug anreisen durfte und zweitens lief er in Rom nach einer Mandeloperation mit 11,1 Sekunden die schlechteste 100-Meter-Zeit des Jahres. Klar, dass er damit den Vorlauf nicht "überlebte".
So schnell wie Kunauer am Sprint-Himmel aufgetaucht war, war er wieder weg. Bereits mit 24 Jahren beendete er seine Laufbahn, um später als Funktionär seinem Klub und dem Verband erhalten zu bleiben. "Ich wollte einfach nicht mehr", begründete der ehemalige Leiter der LKH-Wäscherei seinen Rücktritt in einem Alter, wo andere mit dem Sport erst beginnen.
Sich zu quälen, fleißig zu trainieren, war nie Kunauers Sache. Locker vom Hocker betrieb er seinen Sport. Das reichte für zahlreiche österreichische und Kärntner Meistertitel. "Mein Doping waren eine Zigarette und ein Kaffee", meinte der Jubilar, der bis vor Kurzem noch Tennis spielte und im Sommer an einer Tarock-Runde teilnimmt. Ab und zu taucht er auf dem SAK-Fußballplatz auf. "Aber nur als moralische Unterstützung für meinen Freund Alois Jagodic", hat er sonst mit Fußball nicht viel am Hut. Da schon eher mit goldigen Sachen. "Ich mache hobbymäßig Ringe, Goldspangen und Anhänger." HEINZ TRASCHITZGER








