Bezirks- und Gemeindesuche
Diplomatischer Nothelfer
Hannes Prassler (42) aus Feldkirchen ist als Konsul in Pretoria beheimatet und hilft Südafrika-Touristen, die Opfer von Kriminellen wurden.

Foto © Perdacher
Ein prominentes Kärntner Mitglied einer österreichischen Fußballdelegation, die vor Weihnachten als WM-Vorhut in Johannesburg kurz den Bus verließ, war rasch seinen Reisepass los. Unbemerkt hatte ein Dieb zugeschlagen. Zwei Wochen später fiel eine Kärntner Reisegruppe Bankomatbetrügern zum Opfer.
Alltagsgeschichten für Harald Prassler, der seit Herbst im südafrikanischen Pretoria als Konsul wirkt. Dem 42-jährigen Feldkirchner obliegt in der österreichischen Botschaft, die neben Südafrika auch Namibia, Botsuana, Lesotho, Swasiland, Madagaskar und Mauritius betreut, die Leitung der Verwaltung. Rund 15.000 Auslandsösterreicher leben in seinem "Amtsbereich", dazu kommen Touristen, die während ihres Urlaubes bestohlen, beraubt oder betrogen werden. "Da muss man schnell Ersatzdokumente ausstellen", erzählt der passionierte Taucher. "Es wird in puncto Kriminalität noch schlimmer", fürchtet Prassler. Die Fußball-WM steht bevor. "Wir wissen, dass viele Ganoven den Trubel für ihre illegalen Machenschaften nutzen werden."
Prassler selbst hat sich längst an die erhöhten Sicherheitsbedingungen gewöhnt. Mit Gattin Katherine, einer Kenianerin, und Katze Fidel bewohnt er in Pretoria ein "Hochsicherheitshaus": mit elektrischem Security-Zaun, hohen Außenmauern, Alarmanlage, etc. "Das gehört hier dazu", erzählt der Gourmet, der auch im fernen Afrika nicht auf seine Käsnudeln verzichtet.
Den HAK-Absolventen hat es seit seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst schon immer dort hingezogen, wo es rund ging. Von 1992 bis 1996 werkte Prassler im pakistanischen Islamabad, anschließend drei Jahre in Havanna (Kuba). Auch Nairobi stand auf seinem diplomatischen Reiseplan und Washington, D. C. während des US-Präsidentschaftswahlkampfs. Neben seinen dienstlichen Aufgaben kann er einem weiteren Hobby frönen: "Ich lerne Land und Leute mit anderen Augen als Touristen kennen." HELMUT GRAM








