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Oberhirte mit guter Kondition
Alois Schwarz ist seit 2001 Diözesanbischof von Gurk. Gerade hat er ein Weihnachtsbuch veröffentlicht.

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Im Parallelslalom von Kalenderjahr und Kirchenjahr hat die weltliche Zeitrechnung oft die Nase vorn. Nicht so zur (Vor-) Weihnachtszeit. Kärntens Diözesanbischof Alois Schwarz weiß das: "In den letzten Jahren habe ich oft bei Weihnachtsfeiern oder im ORF gesprochen und Artikel für Zeitungen verfasst. Ich hatte viel Material, und so ist mein neues Büchlein entstanden." ("Freu dich, o Himmel . . ." ist Schwarz' siebtes Buch..
Dass der heute 57-Jährige einmal Bischof in Kärnten wird und mit höchsten kirchlichen Würdenträgern verkehrt, war dem ältesten von fünf Geschwistern eines Einschichthofes in Niederösterreich wahrlich nicht vorgezeichnet. "Mit zehn Jahren ging ich ins Knabeninternat der Erzdiöse Wien, es war der einzige Weg, um Matura zu machen."
Seine priesterlichen Erzieher beeindruckten ihn, sie öffneten ihm den Sinn für Oper, Schauspiel, Literatur - und Fußball. "Ich war Verteidiger." Eine gute Übung für den späteren Verteidiger des Glaubens.
Sein Werdegang - dann seine Karriere - waren typisch für begabte und loyal-gläubige Mitstreiter. "Nach der Matura beschloss ich, ins Priesterseminar einzutreten." Auf das zu verzichten, was vielen 18-Jährigen das Leben schwer und manchmal himmelhoch jauchzend macht, "fiel mir nicht schwer. Ich habe das nie als Verzicht gesehen."
Er wurde - und blieb es bis heute - ein Spezialist für Homiletik, die Kunst und Wissenschaft der Predigt-Gestaltung. "Schon Ende der 1970er Jahre übten meine Studenten mit Hilfe von Videos, wie man predigt."
1996 wurde Schwarz zum Weihbischof ernannt, fünf Jahre später zum Bischof der Diözese Gurk. "Ich dachte ,Jetzt darf ich in dem Land arbeiten, in dem ich früher gern auf Urlaub war'." Das empfindet er auch heute noch auf vielen der 70.000 Kilometer, die er jährlich im Auto unterwegs ist. Kärnten, dessen Gläubige sich sehr für den Erhalt der Kirchen einsetzen, gefällt dem Oberhirten so gut, "dass ich immer zu den Menschen und bei den Menschen unterwegs bin".
Wie erholt sich ein Mann, der um fünf Uhr aufsteht und dessen Arbeitstag selten vor 22 Uhr endet - auch wenn seine Residenz dank Architektur und Mobiliar wie eine Harmonie-Oase in einer lärmenden Welt wirkt?
"Immer wieder vor dem Allerheiligsten, dem Altar, wo ich die Nähe Gottes spüre und mich ausruhe. Das ist meine stärkste Energiequelle. Und beim Lesen oder Beten im Auto." Außerdem betrachtet er manche Pflichten als Freuden: Pilger- und Wallfahrten in der Gruppe, Adventkonzerte, Begegnungen.
Schlussfrage zum Adventende: Wie verbringt der Bischof den Heiligen Abend? "ORF, Feier mit dem Generalvikar und dem Sekretär und Vorbereitungen auf die Mette. Die beginnt um Mitternacht."









