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Ein wilder Hund bittet zum Tanz
Heimkehr mit choreografischem Theater: Johann Kresnik (69) inszeniert in Bleiburg.

Foto © Rosina Katz-Logar
Ich bin ein wilder Hund, kann gar nicht anders, ich komme ja aus St. Margarethen!" Braun gebrannt, in Sandalen, die Augen aufmerksam auf das Gegenüber gerichtet, lebhaft gestikulierend und immer zu einem deftigen Spruch aufgelegt - Johann Kresnik, Koryphäe der Choreographie, macht einmal nicht Urlaub daheim, sondern inszeniert das Jura-Soyfer-Stück "Auf uns kommt es an".
Und "wenn mich die Bleiburger wollen, müssen sie mich auch ertragen," sagt er, wohl wissend, dass seine "Umsetzungssprache" mitunter bösartig ist und auch so empfunden wird. Andererseits mache er Theater, weil es ihn interessiert und nicht, um auf jemanden Rücksicht zu nehmen.
Interesse
Das entzündet sich bei dem "Schnellarbeiter" (Eigendefinition), diesem Pionier des deutschen Tanztheaters, stets an einem politischen Stoff. Eines seiner ersten Stücke, "Paradies?" (1968) hatte das Attentat auf Rudi Dutschke zum Thema; in "Familiendialoge" (1980) rechnete er mit der Nazizeit ab; in dem choreografischen Stück "Ernst Jünger" (1994) setzte sich Kresnik mit dem militärischen Gedankengut des 100-jährigen Autors auseinander; am Wiener Volkstheater ging 2005 sein "Spiegelgrund" unter die Haut. Klar, dass die Jura-Soyfer-Collage "sehr viel mit Bleiburg und der NS-Zeit zu tun hat." Genauso klar, dass der politische Kopf Kresnik auch in diesem Fall seinem Ruf gerecht werden wird: "Ich bin da rücksichtslos".
Begeisterter Vater
Das exakte Gegenteil ist er als Familienvater. Insgesamt fünf Kinder hat das bald 70-jährige Energiebündel. Auf die jüngste, die dreieinhalbjährige Anastasia stimmt er fürsorglich seine Pläne ab. Nicht selten sah man ihn, stolz mit Windeln in der Hand, durch Bleiburg flitzen. "Die Frauen haben mich alle verlassen," verlässt er sich auf die Freizeit-Tipps einer Bleiburger Freundin: Kresnik ist gern unter den Leuten, geht gern ins Gasthaus und redet gern. Der Wiesenmarkt, das Feuerwehrfest in Rinkenberg kommen da immer recht.
Von einem Hof in St. Margarethen zog der Bub einst aus. Nach Graz, wo er eine Lehre zum Werkzeugmacher absolvierte. Ernst Fischer, Schriftstseller und Paradeintellektueller der KPÖ, ging damals bei der Familie Kres
Der arbeitete parallel zur Lehre als Statist bei den Vereinigten Bühnen Graz, wandte sich dem klassischen Ballett zu. 1962, in Köln, waren ihm "Schwanensee" & Co. zu blöd geworden. Er beginnt sich zu fragen, wie man Ballett zur Entlarvung und zur gesellschaftlichen Veränderung einzusetzen kann. Und findet eine Antwort - in einer mitunter drastischen Bildersprache. Jetzt erstmals auch in Bleiburg.








