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Zuletzt aktualisiert: 25.07.2009 um 19:08 UhrKommentare

Bauer mit Botschaft

Franz Teppan (39), ehemaliger Weltcup-Schirennläufer, eröffnet am Sonntag die Villacher Brauchtumswoche - erstmals in der Funktion des Großbauern der Villacher Gman.

Seit sechs Jahren ist Franz Teppan Mitglied des gemeinnützigen Traditionsvereins, den er jetzt an oberster Stelle anführt

Foto © WeichselbraunSeit sechs Jahren ist Franz Teppan Mitglied des gemeinnützigen Traditionsvereins, den er jetzt an oberster Stelle anführt

Frisch aussa, wås drin is,nit kriachn am Bauch, ins G'sicht gschaut und die Hånd druckt, is echta Bauernbrauch!

Vor genau 101 Jahren hat sich die Villacher Bauerngman dieses Motto gegeben, das bis heute Gültigkeit hat. An oberster Stelle neuerdings bewahrt von Franz Teppan vulgo "Rohr". Seit 2003 ist der Villacher in dem gemeinnützigen Traditionsverein mit dabei. Und das obwohl er Installateur ist und gar kein Bauer.

"Tatsächlich war noch nie ein echter Landwirt bei der Bauerngman", lacht Teppan. Der Vereinsname Bauerngman wurde von den damaligen Gründern trotzdem ganz bewusst gewählt. Gerade der Bauernstand war früher immer in der Lage Mitmenschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu helfen. "Der Name Bauer war bei uns nie auf die berufliche Herkunft bezogen, sondern steht für Aufrichtigkeit, Nachbarschaftshilfe und Verlässlichkeit."

Zu den ersten karitativen Tätigkeiten der Bauerngman gehörte vor 101 die so genannte "Kindlbescherung": Vor Weihnachten wurden Kinder aus sozial schwachen Familien eingekleidet. Die Spendenkasse der Bauerngman heißt deshalb heute noch "Kindkassa". Auch die "Kindlbescherung" gibt es noch, obwohl viele andere Sozialprojekte dazugekommen sind, die ebenfalls unterstützt werden. "Wir helfen beispielsweise bei Therapien, Heizkosten und so weiter." Die Fälle werden sorgfältig geprüft und ausgewählt. "Ich arbeite als Installateur ja oft in den Wohnungen, da sieht man schon einiges. Aber die, die es wirklich brauchen, stellen sich selten in der ersten Reihe an."

Der Einzige in Tracht

Ebenso wichtig, wie das Helfen ist dem Großbauern - so wird der Bauerngmanchef genannt - aber auch die Pflege des Brauchtums und der Tradition. "Es ist schön zu sehen, wie alle den Villacher Kirchtag mittragen", sagt der 39-Jährige. "Vor 20 Jahren bin ich mit meiner Lederhose fast alleine in Tracht über den Hauptplatz gegangen. Heute fühlt man sich ohne Tracht in der Brauchtumswoche fast unwohl."

Abseits vom Kirchtag und seinem Installateurunternehmen findet Teppan auch Zeit, um mit seiner Frau Nici und seinen beiden Töchtern Teresa und Julia zu sporteln. Radln, Golf, Tennis und - natürlich - Schifahren. Immerhin war der Papa einmal Weltcupfahrer im Österreichischen Schikader. "Das war eine schöne Zeit, aber auch sehr anstrengend", erinnert er sich. "Ich habe viel gesehen. Aber es mir auch mit viel Schweiß hart erarbeitet." Mit 24 beendete er seine erfolgreiche Sportlerkarriere, vor allem wegen seiner schweren Bandscheibenprobleme. "Es ist auch ein sehr gefährlicher Sport."

Auf Papas Spuren

Ob seine Töchter jemals eine Sportlerkarriere anstreben? "Ich lasse sie selbst entscheiden. Mir wäre es lieber, wenn sie sich vielseitig beschäftigen." Die Hoffnung seinen Betrieb in der Familie weiterzugeben hat er allerdings aufgegeben. "Installateur ist ja nun wirklich kein Mädchenberuf", schmunzelt Teppan. Aber das Polka-Tanzen werden die beiden garantiert vom Papa lernen. Immerhin Teresa wandelt schon auf seinen Spuren, sie ist die heurige Villacher Kinderfaschingsprinzessin. Die Villacher Faschingsgilde wurde übrigens aus der Bauerngman heraus gegründet. Im Faschingslied ist das auch zu hören: Darin trällert man zum Lei-Lei auch den typischen Bauerngmangruß "G'sund!"

CLAUDIA LUX

Fakten

Die Gman. 24 namhafte Villacher, die sich der Pflege des Brauchtums und der Hilfe für die Schwächeren in der Gesellschaft verschrieben haben.

Der Kirchtag. 1936 organisierte die Bauerngman den ersten Villacher Kirchtag. Am Sonntag ist die Veranstaltung Österreichs größtes Brauchtumsfest.

Der Jakobimarkt. Die Bauerngman organisiert jedes Jahr am Montag der Brauchtumswoche den Jakobimarkt. Rund um die Villacher Stadthauptpfarrkirche ist Handwerkskunst zu bestaunen und zu kaufen.

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