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Kleiner iPhone-Picasso
Robert Schöttl (35) aus Klagenfurt schreibt Programme fürs iPhone. Der Hobby-Triathlet freut sich auch, wenn seine Software illegal kopiert wird.

Foto © HolzerRobert Schöttl mit seinem iPhone-Bildbetrachter Picassolino
Dienstag in einer Woche wird in San Francisco das neue iPhone vorgestellt. Robert Schöttl freut sich schon ganz besonders darauf, denn er entwickelt Programme für Apples Kulthandy.
Picassolino. Picassolino nennt sich der kleine Bildbetrachter, mit dem Schöttl aus der Not eine Tugend gemacht hat. "Mein Sportverein, das Biketeam Köttmannsdorf, stellt alle Fotos beim Google-Dienst Picasa online. Ich wollte die Bilder aber auch unterwegs am iPhone allen herzeigen", meint der Klagenfurter. Drei Wochen lang hat er im vergangenen September Tag und Nacht an dem Programm gearbeitet, das sich weltweit inzwischen einige Tausend Mal verkauft hat. Allerdings wurde Picassolino auch unzählige Male raubkopiert, was Schöttl als Kompliment sieht: "Schlechte Software wird nicht kopiert". Und schließlich sei das auch Werbung und der eine oder andere werde die 1,59 Euro dafür schon irgendwann bezahlen.
Sport als Abwechslung.
Zur Technik kam der 35-Jährige während der Lehre zum Werzeugmaschineur in der ÖGB-Lehrwerkstätte Krumpendorf. Nach dem Meisterkurs bildete er sich zum Software-Entwickler weiter und programmierte in Graz Industrieroboter. Zurück in Viktring startete er mit Webdex seine eigene Firma Firma. Obwohl sein Programm von vielen Fotografen geliebt wird, meint er selbst, kein großes Talent dafür zu haben: "Aber Urlaubsfotos mit der Pocket-Kamera kann ich knipsen", meint er und lächelt. Die nötige Abwechslung vom Computer holt er sich beim Sport. Der begeisterte Radfahrer und Triathlet absolvierte vor einer Woche den Ironman in St. Pölten. Dabei scheint er allerdings keinen guten Tag gehabt zu haben, denn seine Zeit will er nicht verraten.
Pläne.
Und wenn der Kopf ganz leer sein muss, zieht es Schöttl und seine Frau Alexandra in die weite Ferne. Im Februar war er vier Wochen lang mit seinem Guru ("Meister") in Südindien. "Ich habe mich ganz zurück gezogen drei Wochen lang nur geschwiegen", meint der Programmierer, der dabei sogar auf non-verbale Kommunikation verzichtete. "Einmal an gar nichts denken zu müssen, ist eine unglaubliche Befreiung", meint Schöttl, der schon neue (iPhone-)Pläne schmiedet.








