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Zuletzt aktualisiert: 28.01.2009 um 05:12 UhrKommentare

Sie hat Rhythmus im Blut

Hildegund Linkerhägner aus Klagenfurt feiert ihren 90. Geburtstag. Noch heute hält die vitale Gymnastiklehrerin eine Seniorengruppe fit.

Foto © Koscher

Bergsteigen, Schifahren, Tennis, Reiten, Laufen, Schwimmen, Gymnastik und Tanzen. Hildegund Linkerhägners Faszination für Sport wurde ihr in die Wiege gelegt. "Meine Mutter war begeisterte Bergsteigerin", erzählt die Tanz- und Gymnastiklehrerin, die so manchem prominenten Klagenfurter in ihrer Schule "eine ordentliche Portion Disziplin" beigebracht hat.

"Tanz soll ein Erlebnis sein." "Ich war immer sehr streng, aber mir war wichtig, dass meine Schüler verstehen, woher die Bewegung kommt", so Linkerhägner, die heute bereits ihren 90. Geburtstag feiert. Und schnell fügt sie hinzu: "Denn ein Tanz soll ein Erlebnis sein!"

Seit 86 Jahren Tänzerin. Mit vier Jahren besuchte sie die Ausbildungsstätte für "Gymnastik und künstlerischen Tanz" im Kärntner Landeskonservatorium. Von da an entwickelte sich die Leidenschaft zur Berufung. "Viel Fleiß und Selbstdisziplin" lautete das Motto ihrer damaligen Tanzgruppe. Das wurde 1936 mit einer Silbermedaille bei den künstlerischen Wettbewerben der Olympiade in Berlin belohnt. An ihr Kostüm als 17-Jährige kann sich Linkerhägner noch genau erinnern: "Es war grün und erdbeerrot. Meine Rolle war der Hampelmann, da ich so eine gute Springerin war."

Gymnastikschule. Im Jahre 1954 übernahm die verwitwete Klagenfurterin gemeinsam mit Grete Streicher die Gymnastikschule von ihrer Lehrerin Metzger-Wanggo und lehrte über viele Jahrzehnte Kindern, Frauen und Männern die Kunst der Bewegung. Damals arbeitete sie bis 17 Uhr im Büro eines Zivilingenieurs, danach wurde unterrichtet. "Eines hab ich in den vielen Jahren gelernt: Männer haben die größte Freude, wenn sie im Kurs auch einmal Ball spielen können", so die 90-Jährige, die auch heute noch einmal in der Woche mit acht Männern zwischen 50 und 86 Jahren in der Benediktinerschule arbeitet.

Schwimmen als Jungbrunnen. Und wie alt fühlt sie sich wirklich? "An guten Tagen wie 70, an schlechteren wie 100", lacht die fidele Dame, die ihre Sommer am liebsten im Strandbad verbringt. "Schwimmen ist mein Jungbrunnen", so Linkerhägner.

KERSTIN OBERLECHNER

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