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Sternsinger - so schnell wie die Feuerwehr
Eine Gruppe von Sternsingern besucht in Oberkärnten entlegene Bauernhöfe. Die Fahrt bewältigen die beiden Erwachsenen und vier Kinder mit dem Feuerwehrauto.

Foto © kk
Ich fühle mich noch immer als Sternsinger", sagt Herbert Haas (43), Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenburg. Er war vor 35 Jahren selbst als Sternsinger unterwegs und chauffiert seit acht Jahren eine von fünf Sternsingergruppen der Oberdrautaler Marktgemeinde zu den entlegendsten Bergbauernhöfen. Auf der über 30 Kilometer langen Fahrt sind Wegsteigungen von fast 20 Prozent zu bewältigen. "Höchste Konzentration ist nicht nur wegen vieler Eisflecken gefordert", so Haas.
Feuerwehr unter gutem Stern. Die Tour zu den Gehöften auf die Lanzewitzen und Nigglai in über 1200 Meter Seehöhe wurde früher zu Fuß bewältigt. Seit 35 Jahren aber wird die Strecke mit dem Feuerwehrauto gefahren. "Mein Vater hatte mit dem damaligen Pfarrer Anton Granitzer diese Idee, er war auch der erste Chauffeur", erinnert sich Haas, der als Polizist am Posten Möllbrücke stationiert ist und das Feuerwehrwesen, eine Almhütte und Schifahren als Hobbys bezeichnet. "Diese Sternsinger-Tour war ein Riesenabenteuer", weiß Haas aus Erfahrung, als er als Achtjähriger mit dem Landrover der FF Sachsenburg mitfuhr.
Begehrte Tour. Nicht minder spannend ist diese Fahrt heute mit einem VW-Syncro Allrad der FF, deshalb reißt sich jede Gruppe um diese Tour. Daher gibt es einen Plan, damit jedes Kind in seiner aktiven Sternsinger-Laufbahn einmal mitfahren kann. Das "G'riss" um diese Fahrt bestätigen auch die Sternsinger, die heuer an der Fahrt teilnehmen: Elias (10) und Johannes (13) Hillebold, Peter Gugganig (11) und Thomas Mauberger (12) sind sich einig: "Diese Fahrt ist lässig und lustig. Wir erleben etwas anderes, kommen in alle Haushalte, lernen die Leute kennen und sehen Sachsenburg einmal von oben." Dazu gehört auch eine zünftige Jause beim höchst gelegenen Bauernhof vulgo Wallner auf der Lanzewitzen.
Engagement für gute Sache. Einer Meinung sind die Buben, wenn es um den Sinn der Aktion geht. "Es ist gut, für Kinder in anderen Erdteilen etwas zu tun, denen es viel schlechter geht als uns", sagt Peter Gugganig, der Sternträger. Der Pfadfinder und Ziehharmonika-Spieler besucht die erste Klasse des BRG in Spittal (Lieblingsfach Werken) und wurde von seiner Schwester zum Sternsingen animiert.
Musikalische "Morgenländer". Die "Drei aus dem Morgenland" - Thomas Mauberger, Elias und Johannes Hillebold - sind Schüler der Musikhauptschule Seeboden. Thomas ist der Balthasar und besucht die 3. Klasse (Lieblingsfach Mathematik). Außerdem spielt er Klarinette und Gitarre. Rad fahren und Snowboarden ist der "sportliche Ausgleich". Klassenkollege Johannes Hillebold ist der Kaspar, dessen Lieblingsfächer Werken und Turnen sind. Zudem spielt er seit vier Jahren die Steirische Harmonika. Schi- und Schlittenfahren sowie Schwimmen und Fußball gehört zu seinen Hobbys. Der jüngste im Bunde ist Elias, der im Februar elf Jahre alt wird. "Melchior" besucht die erste Klasse und bezeichnet Mathematik, Werken und Turnen als Lieblingsfächer. Und so ganz nebenbei spielt er seit vier Jahren Klavier. Neben Schi und Rad fahren, Fußball spielen und Schwimmen zählt das Singen im Schulchor zu seinen Hobbys.
Begleiter. Als Begleitperson ist heuer Josef Hillebold dabei. Der 40-Jährige zählt zu den aktivsten Musiklehrern im Oberland;. Neben Musik liebt er Schifahren und Bergwandern sowie die Landwirtschaft. Er gehörte wie Haas zu den ersten Sternsingern in Sachsenburg, die mit dem FF-Auto diese Tour machten. "Interessant ist es heuer, dass sich ältere Menschen an meinen Besuch vor 35 Jahren erinnern", freut sich Hillebold.








