Bezirks- und Gemeindesuche
Streitbarer Seelen-Kenner
Arnold Mettnitzer (56) aus Gmünd ist Pfarrer und Psychotherapeut und will die beiden Seiten zusammenführen. Wie, erklärt er Freitag in Spittal.

Foto © Koscher
Große Entscheidungen brauchen große Symbole! Als Arnold Mettnitzer nach vieljährigem Pendeln von Kärnten (Jugendseelsorge, Leiter Bildungshaus St. Georgen) nach Wien (Psychotherapieausbildung, Lehranalyse bei Erwin Ringel) zog, "bin ich 2001 zu Fuß von meinem Pfarrhof in Klein St. Paul in elf Tagen nach Wien gegangen. Ich wollte ein Zeichen setzen – vor allem mir selber."
"Couch und Altar".
Das jüngste Zeichen setzt der Älteste von sechs Bergbauernhof-Kindern aus Gmünd mit seinem aktuellen Buch "Couch und Altar – Erfahrungen aus Psychotherapie und Seelsorge". Darin will er nicht weniger, als "die ungleichen Geschwister Seelsorge und Psychotherapie versöhnen, die seit der Antike zusammengehören. Sie brauchen sich gegenseitig, um dem Menschen und seinem Grundbedürfnis nach Lebendigkeit nützen zu können."
Spiritualität.
Kein Wunder, dass er sich beide Seiten vorknöpft: "Medizin und Psychotherapie vergessen, dass die innere Dimension des Menschen die Spiritualität ist. Und die Kirche hat keine Erbpacht auf das Spirituelle." Es reiche nicht, "eine Wäscheleine mit Idealen aufzuspannen und die dunklen Seiten auszublenden."
Die hat er durch den Psychoanalytiker und Kärntner Seelen-Experten Erwin Ringel kennen gelernt: "Ihm verdanke ich einen Grundlehrgang über Unerschrockenheit, die nichts beschönigt. Nicht zuletzt deshalb ist Ringel ein begnadeter Diagnostiker."
Berufswunsch.
Mit drei Jahren tat Mettnitzer in der Kirche kund, dass er Pfarrer werden wollte. Als er Pfarrer war, holte er sich das "Handwerkszeug, um adäquat helfen zu können, in der Psychotherapie." Die Sprache hat die "Lebendigkeiten", die er zusammenführen will, übrigens nie getrennt: "Psychotherapie ist der griechische Ausdruck für Seelsorge."








