Bezirks- und Gemeindesuche
Er hält Ferlacher in Schuss
Josef Koschat feiert heute mit seinen Büchsenmacher-Kollegen in Ferlach.

Foto © JustQualität hat Tradition. Das Gewehr von Josef Koschats Ur-Ur-Großmutter garantiert heute noch Volltreffer
Geduld ist des Büchsenmachers erste Regel. "Ein Feilenstrich zu viel und schon kann man von vorne beginnen", erzählt Josef Koschat, Büchsenmacher und Initiator der Jubiläumsfestivitäten zu 450 Jahren Büchsenmacherhandwerk und 130 Jahren Fachschule heute in Ferlach.
Begeisterung blitzt in seinen Augen, wenn er von den alten Handwerksstücken im Büchsenmacher- und Jagdmuseum erzählt, die er für die Ausstellung "Die Kunst der Büchsenmacher" (aus-)gesucht hat. "Mit der Fiedel haben die Handwerker damals die Läufe gebohrt. Ein Rundholz wurde unter das Kinn gespannt, mit einem Bogen angetrieben und millimetergenaue, kerzengerade Läufe gebohrt", schwärmt der Meister. Heute sind die Geräte technisch ausgefeilter. An der Kunst ändert das freilich nichts. Bis zu ein Jahr Arbeit steckt in einem "Ferlacher". Das schlägt sich auch im Preis nieder: So ein Jagdgewehr gibt es ab 15.000 Euro. Dafür wird das Gewehr perfekt angepasst. "Ich kenne beinahe alles von einem Kunden, Größe, Schulterbreite, ob er schief schaut. Wer er ist, weiß ich aber selten", erzählt Koschat. Da fällt der Abschied vom Werk schwer. "Wird er dich wohl gut behandeln?" fragt sich Koschat beim Einpacken für den Versand, meist geht es nach Osteuropa. "Ein Gewehr ist wie eine Frau, es muss gepflegt werden. Dann hält es über Generationen." Beweis dafür ist die Koschat-Werkstätte, wo sich auch immer wieder Gewehre seines Großvaters zum Rundum-Service einfinden. Sogar das Gewehr seiner Ur-Ur-Großmutter ist noch perfekt in Schuss. In fünfter Generation betreibt Koschat das Unternehmen. Nebenbei ist er unter anderem Vorsteher der Kärntner Büchsenmacher. Denkt er an Ruhestand? "Nein! Ich hab vergessen wie alt ich bin, Taufschein verloren . . ."








