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Zuletzt aktualisiert: 07.05.2008 um 17:56 Uhr

Sie zeigen's den Indern

Emanuel Pirker (30) und Gerhard Schaden (32) mischen den Weltmarkt mit ihrem Betriebssystem für eine neue Computergeneration auf.

Hightech-Fachleute "The Clients" Emanuel Pirker und Gerhard Schaden (rechts)

Foto © Ranner/LisconHightech-Fachleute "The Clients" Emanuel Pirker und Gerhard Schaden (rechts)

Sie heißen "Thin Clients", sind kleiner als herkömmliche Computer und vor allem bei großen Firmen sehr begehrt. Anstatt selbst alle Programme gespeichert zu haben, läuft auf ihnen nur ein Miniprogramm, das alle weiteren Informationen von einem Server lädt. Vorteil: Keine Viren, geringe Hardware- und Wartungskosten.

Software aus Klagenfurt. Wie gut ein solcher Mini-PC ist, liegt an seiner Software und dabei ist Liscon, eine kleine Klagenfurter Firma, ganz vorne an der Weltspitze. Gegründet wurde sie von den beiden Informatik-Studenten Emanuel Pirker und Gerhard Schaden. Den Beweis für die Weltspitze trat einer der größten Konkurrenten vor kurzem an: Weltmarktführer VXL. Das indisch-britische Unternehmen schmiss die eigene Software über Bord und stattet seine Geräte nur noch mit Software aus Klagenfurt aus.

Umgekehrt. "Eigentlich ist es ja immer anders herum. Europäische Firmen lassen in Indien programmieren oder lagern ihre IT dorthin aus", erklärt Pirker. In diesem Fall ist es genau umgekehrt: Kärntner Software für eine indische Firma.

Gerettet. Einen Namen haben sich die Kärntner schon früh gemacht, denn ihre eigenen Thin Clients verkaufen sich seit einigen Jahren wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Den Ausschlag für das Geschäft brachte, dass die beiden Informatiker ein Großgeschäft der Inder in allerletzter Minute gerettet haben. "Dabei haben sie gesehen, wie gut unsere Software ist", so Schaden. "Das Geheimnis liegt in der Größe. Je kleiner und kompakter der Programmcode ist, desto besser. Wir kennen unsere Software jedenfalls trotz einiger Millionen von Codezeilen in- und auswendig", meint Pirker.

Mehrere Filialen. Gegründet haben die beiden das Unternehmen im Jahr 2000 an der Uni, kurz vor der Sponsion. In der Zwischenzeit gibt es 15 Mitarbeiter und mehrere Filialen in Österreich und Deutschland. Privat sind beide seit Jahren "in unsere Freundinnen verliebt, aber noch nicht verheiratet". Pirker ist leidenschaftlicher Bergsteiger, Schaden Modellflieger.

GEORG HOLZER

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