Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
23. Mai 2013 09:59 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren

Bezirks- und Gemeindesuche

Reinhold Schmölzer: Schlagfertiger Arrangeur Eine treue Seele Gottes Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kärntner des Tages Nächster Artikel Reinhold Schmölzer: Schlagfertiger Arrangeur Eine treue Seele Gottes
Zuletzt aktualisiert: 03.05.2008 um 19:10 Uhr

Sie kann gut mit Menschen, Tieren und Medien

Als Direktorin des Tiergartens Schönbrunn hat die Klagenfurterin und promovierte Biologin Dagmar Schratter seit Anfang 2007 alles Wichtige im Griff.

Dagmar Schratter mit Foto von Fu Long (im Maul der Mutter)

Foto © APADagmar Schratter mit Foto von Fu Long (im Maul der Mutter)

Sie liebte TV-Hengst Fury, "denn alle Mädchen mögen Pferde", sie liebte den schielenden TV-Löwen Clarence und Schimpansin Judy - und vor allem den Bernhardiner Wotan auf dem großelterlichen Hof: "Der ist manchmal heimlich über die Hühnerleiter in den Stall geklettert und hat Eier gefressen. Seine goldene Dotter-Nase hat ihn verraten - und wir Kinder hatten eine Riesenfreude, wie er den Großvater überlistet hat."

Besondere Einstellung. Doch schon damals hatte Dagmar Schratter (53), die heutige Direktorin des Schönbrunner Tiergartens, eine besondere Einstellung: "Mir war der natürliche Umgang mit Tieren immer wichtiger als das Interesse, sie zu streicheln." Das hat etwas mit Respekt zu tun, der es ihr möglich macht, die aktuelle paradoxe Haltung der Menschen zu hinterfragen: "Auf der einen Seite entfremden sie sich immer mehr von Tieren und der Natur, auf der anderen Seite verniedlichen und vermenschlichen sie sie immer stärker." Entfremdet sind etwa Zoobesucher, die einen Hyazinth-Ara mit Nüssen zu Tode mästen oder "aus Neugier alles Mögliche in den aufgeklappten Verdauungstrakt, also das Maul, eines Flusspferdes werfen. Das hatte wegen eines Gummiballes sogar einen Darmverschluss."

Selbstbestimmung. Verniedlichung findet sich bei der artfremden Verzärtelung von Haustieren ebenso wie beim Hype um den Berliner Knut, dessen Artgenossin Flöckchen aus Nürnberg oder den Wiener Panda Fu Long. Der ist zwar medial eher schwach entwickelt - die Mutter verstößt ihn nicht, er ist Chinese und bestimmt selbst, wann er in der Öffentlichkeit baden will - aber Dagmar Schratter weiß ihn sehr wohl zu schätzen: "Er ist eine tolle Werbung, genau wie die Doku-Soap über uns, die im ORF und bei Arte lief." Werbung, Akzeptanz, Besucher-Neugier, Marketing-Ideen - all das braucht ein Zoo, um seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen: Entwicklung und Erhalt der Tierwelt, Forschung und Wissenschaft, Natur- und Artenschutz, biologisches und kulturelles Bildungsangebot. Das macht die Klagenfurterin gemeinsam mit 8000 Tieren "einschließlich der Wirbellosen" (Quallen, Würmer, Krebse und Co. - Gerechtigkeit muss sein!) und 163 vollzeitbeschäftigten MitarbeiterInnen. Schratter pflegt einen lockeren Führungsstil, schätzt Kompetenz und wird nur sauer bei "Tachinierern und Illoyalität gegen den Betrieb, wenn jemand außerhalb schlecht über uns redet".

Beispiele. Das tun die Diplomanten, Dissertanten und andere Forscher sicher nicht, zu spannend sind ihre Projekte. Zwei Beispiele: Untersucht werden Sprache, Dialekte und Bio-Akustik von Elefanten, um wilde Tiere von Feldern fern zu halten. Und eine Arbeit befasst sich mit Nashornfüßen. Schratter: "In vielen Zoos ist es ein Problem, dass deren Füße bei falschem Belag schon nach einer Woche Druckpunkte und Fehlstellungen haben. Wir entwickelten einen Bodenbelag, der den Dickhäutern hoffentlich gut tut."

Apropos gut tun: Das kann Dagmar Schratter auch, beruflich und privat. Viele Jahre arbeitete sie mit Otto Koenig zusammen, "der mit seiner TV-Sendung erster Volksbildner war", später mit Vorgänger Helmut Pechlaner. Was Schratter stark macht, ist die Fähigkeit, dominante Männer zu schätzen und loyal auszuhalten, ohne die eigene Überzeugung zu verleugnen oder gar aufzugeben - und die genau das an ihr schätzen. Unter diesem Aspekt ist ihre Karriere besonders erfreulich - und mehr als verdient.

Privat. Auch privat passt sie auf sich auf: "Ich will auch in Zukunft auf einer Kärntner Almhütte auszuspannen. Da höre ich einmal am Tag das Handy ab und bin sonst unerreichbar. Das ist herrlich." Da muss der Wiener Tier- und Menschengarten halt mal ohne sie auskommen. Sie hat denen sicher beigebracht, wie das geht . . .

JOCHEN BENDELE

Kärnten > Klagenfurt

Regenschauer
Klagenfurt
min: 12° | max: 15°
7-Tagesprognose

Aktuelle Leser-Fotos

Kärntner des Tages gesucht

Wir suchen Ihre Vorschläge! Kennen Sie jemanden, der Besonderes leistet? Dann schreiben Sie uns!

 

Babys aus Kärnten



Hochzeiten / Jubiläen

Leserfotos aus Kärnten

Treten Sie mit uns in Kontakt!

 

Verkehrsmeldungen

Foto: ÖAMTC
 

Todesanzeigen

Todesanzeigen aller Bezirke in Kärnten.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang