Bezirks- und Gemeindesuche
Rastlos glücklicher Pfitschipfeil
Friederun Pleterski, Sachbuchautorin aus St. Veit, ist am liebsten reif für die Insel. bei einem Kurzbesuch in Kärnten warb sie für ihr Dalmatien-Buch.
Groß, blond, Friederun. Das reichte für einen Platz in der letzten Reihe. Zumindest bei Direktor Lorenz am Realgymnasium in Klagenfurt. Fragt man die 1,80 Meter-Gerte heute nach den Gründen, wieso sie in jungen Jahren aus Kärnten "floh", kommt es wie aus der Pistole geschossen: "Erstens, die ungeklärte Herkunft. Zweitens mein Vorname und drittens die Körpergröße."
Getuschel. Die Unsicherheit, ob ihr Großvater mütterlichseits nun der Landesverweser (ab 1918) und spätere Landeshauptmann Arthur Lemisch oder Leo Knaus (Cousin des berühmten Hermann mit der Knaus-Ogino-Methode) ist, sorgte in ihrer Heimatstadt St. Veit für Getuschel und belastete natürlich auch die Enkelin. Das Romanistik-Studium, das ihrem lebhaften Naturell entgegenkam und sie im letzten Studienjahr nach Bologna zu Professor Umberto Eco führte, war ein Schritt aus der Enge der Kleinstadt. Ebenso die Heirat mit dem um einiges älteren Fotografen Roland Pleterski, dessen Namen die geborene Pemberger trotz zweiter Ehe mit Wirtschaftsjournalist Jens Tschebull nach wie vor führt. "Er hat mir die Augen geöffnet. Für die Kunst, für die Architektur, für das Detail," hat die spätere Journalistin und Sachbuch-Autorin durch ihren ersten Mann "sehen" gelernt. Die Überschrift "Eine Stadt in Pelargonie", die sie als "Kurier"-Mitarbeiterin einem St. Veit-Porträt gab, kann man als Lernerfolg betrachten.
Forstwirtin. Mittlerweile ist sie d i e Pleterski und (fast) regelmäßig in Kärnten, wo sich die "mit großer Liebe dilettierende Forstwirtin" erfolgreich um ihren Forstbetrieb auf dem Kraigerberg kümmert. - Und stöhnt über die Erhaltungskosten für die Häuser der beiden Großväter Lemisch und Knaus auf dem St. Veiter Hauptplatz. Ehe sie wieder weiter rauscht zur nächsten Pfalz, "nicht als Karl der Große, sondern als Friederun die Kleine". Ein "Bewegungsmensch", der schon als Kind nicht ruhig sitzen konnte. Schaut in Wien vorbei, wo die beiden älteren von drei Söhnen (32, 30, 25) leben und die Kultur (mit Jens Tschebull) auf sie wartet. Ist rastlos glücklich, schüttelt leicht verwundert den Kopf über ihr ursprüngliches Lebensziel: "Eine Familie und Kinder zu haben".
Kondition. Konditionell ist sie so "gut beinander", dass es ihr richtig taugt, am 20. Mai den 60. Geburtstag zu feiern. "Ich bin eine Läuferin, eine Geherin. Wenn das Wetter passt, bin ich sofort in Kärnten," steht sie selbstverständlich mit den Schlittschuhen am Wörthersee, wenn der einmal zufriert.
Inselmensch. Und das Schreiben? "Dann kann die Welt rundherum untergehen," versichert der Pfitschipfeil. Dafür gibt es seit einigen Jahren ein Haus in Dalmatien, dessen Geschichte Friederun Pleterski in einem humorvollen Buch erzählt. Das kroatische Olib ist derzeit Thema Nummer 1 in ihrem Leben: "Ich brauche die Insel. Sie setzt mir Grenzen, zwingt mich zur Konzentration." Ausufern geht da nur schwimmend oder auf einem Boot. Jetzt radiert Friederun Pleterski eh schon wieder quer über die Insel, im Hinterkopf die Kolumne, die sie für das neue Kulturmagazin "Zlato i srebro/Gold & silver" schreibt und das Käsemachen, das zu einer echten Olibianerin ganz einfach dazu gehört.








