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Zuletzt aktualisiert: 01.03.2009 um 22:53 UhrKommentare

Pressestimmen: Posthumes Dankeschön" und SPÖ-Krise

"Ein letzter Sieg für Jörg Haider", titelt die Kronen Zeitung. Die SPÖ befinde sich "im freien Fall" und stecke offensichtlich in einer überraschend schweren Krise, heißt es in den Vorarlberger Nachrichten.

Kronen Zeitung. Die "Kronen Zeitung" titelt nach den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg mit "Ein letzter Sieg für Jörg Haider": Die Annahme, dass sich der Unfalltod Haiders auf die Landtagswahl auswirken würde, habe sich bestätigt, erklärt "Cato" alias Zeitungschef Hans Dichand. Als "unerwartet und nicht erfreulich" hingegen bezeichnet er das Ergebnis der SPÖ in Kärnten: "Ein möglicher Anspruch auf den Landeshauptmann scheint nicht mehr gegeben zu sein." Insgesamt würden die beiden Sonntagswahlgänge ein "Näherrücken der beiden Gruppen Schwarz/Rot andeuten, wie dies auch von Werner Faymann begonnen wurde, indem er diese Entwicklung in der Bundesregierung vorweggenommen hat."

Österreich. Auch für Wolfgang Fellner, Herausgeber der Tageszeitung "Österreich", heißt der Wahlsieger Haider. Dieser würde "posthum" ein "Dankeschön" erhalten, so Fellner in einer Vorabmeldung. Inzwischen habe sich aber auch Gerhard Dörfler zu einem "Landeshauptmann der Herzen" entwickelt. Die SPÖ hingegen habe "ein in diesem Ausmaß verblüffendes Debakel" erlebt. Der Wahlkampf des Kärntner SPÖ-Chefs Reinhart Rohr sei "volles Rohr" nach hinten losgegangen. Fellner zeigt jedenfalls Mitleid mit Parteivorstand Werner Faymann: "Sein Totaleinsatz für die Kärntner Peinlich-Genossen blieb unbedankt." Den Wahlkampf der Salzburger SP-Chefin bezeichnet Fellner als "Katastrophe". Burgstaller habe vier Wochen lang nur Lächeln und Kuscheln demonstriert - und das in Zeiten der Wirtschaftskrise.

Vorarlberger Nachrichten. Die SPÖ befinde sich "im freien Fall" und stecke offensichtlich in einer überraschend schweren Krise, stellt Johannes Huber in seinem Kommentar in den "Vorarlberger Nachrichten" fest. Die Sozialdemokraten müssten alarmiert sein: "Minus zehn Prozentpunkte im einst tiefroten Kärnten sind nicht allein auf das Jörg Haider-Phänomen zurückzuführen, genauso wenig wie die erheblichen Verluste in Salzburg allein der bisherigen Vorzeigefrau in rot, Gabi Burgstaller, angelastet werden können. Da muss schon mehr dahinter stecken." Möglicherweise sei dies die Phantasie- und Substanzlosigkeit der "neuen Politik", die Faymann so gerne verkörpern würde, erklärte Huber.

Neues Volksblatt. Gänzlich anders hingegen urteilt Markus Ebert im "Neuen Volksblatt": Die Chefs der Koalitionsparteien könnten nach dem Wahltag "mehr oder weniger gelassen" zur Tagesordnung übergehen, VP-Chef Josef Pröll sei aber in der komfortableren Position. Das BZÖ bleibe ein Kärntner Phänomen, "in dessen Schlepptau ein Ableger auf Bundesebene segelt", und die FPÖ wiederum müsse zur Kenntnis nehmen, dass Blau in Kärnten eine Minderheitenfarbe ist. Um sich künftig nicht weiterhin gegenseitig Stimmen wegzunehmen, werde Strache weiter auf eine Zusammenarbeit wie bei CDU und CSU drängen, ist Ebert überzeugt.

Salzburger Nachrichten. Kaum sind die Wahlen in Kärnten und Salzburg geschlagen, blickt Andreas Koller in den "Salzburger Nachrichten" bereits in die Zukunft, denn für die Bundespolitiker würde die Nagelprobe erst kommen. "Nicht Salzburg und Kärnten, sondern die EU und Wien sind entscheidend", fasst er zusammen. Vor allem betreffend die Wiener Gemeinderatswahl 2010 würde sich die Frage stellen: "Gelingt es den Regierungsparteien - in Wien ist vor allem die SPÖ gefordert - den zu erwartenden Siegeszug Heinz-Christian Straches zu stoppen?" Auch die EU-Wahlen würden ein "kniffliges Problem" für die SPÖ darstellen. Verliert Faymann die EU-Wahl, müsse er mit dem Nimbus leben, seine ersten Bundeswahlen in den Sand gesetzt zu haben. "Gegen diese Ausgangslage waren Salzburg und Kärnten ein Kinderspiel", so Koller.


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