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Dörfler-Herausforderer bei Stimmabgaben zuversichtlich Im ersten Anlauf war Dörfler gewählt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kärnten-Wahl Nächster Artikel Dörfler-Herausforderer bei Stimmabgaben zuversichtlich Im ersten Anlauf war Dörfler gewählt
Zuletzt aktualisiert: 31.01.2009 um 05:00 UhrKommentare

Holub: Die vielen bösen Briefe machen mich traurig

Die Kleine Zeitung bringt vor den Kärntner Wahlen Interviews mit den Spitzenkandidaten der Kärntner Landesparteien. Heute: Rolf Holub.

Sherlock Rolf Holub, wem oder was sind Sie und die Kärntner Grünen auf der Spur?
ROLF HOLUB: Wir schauen der Re gierung auf die Finger. Das ma chen wir seit fünf Jahren.

Sie haben vor Monaten einen pau schalen Korruptionsvorwurf ge genüber den Kärntner Regierungs parteien erhoben. Welche Reaktio nen haben Sie geerntet?
ROLF HOLUB: Keine Entrüstung, keine Entgegnung, gar nichts. Es bleibt unwidersprochen, wenn ich im mer wieder sage, dass die Groß konzerne die Politiker bezahlen.

Können Sie Politiker oder Fir men namentlich nennen?
ROLF HOLUB: Wenn Entscheidungen lo gisch nicht nachvollziehbar sind, schaue ich, wem nutzt es. Folge der Spur des Geldes und du wirst es wissen. Baukonzerne sagen selbst, so und so viel Prozent sind zu spenden, damit man etwas kriegt. Solange die Parteien ihre Förderungen nicht offenlegen, werde ich den Verdacht nicht los.

Kärnten ist das Land mit den meisten Untersu chungsausschüssen. Politische Konsequenzen gibt es nie. Wie frustrierend ist das?
ROLF HOLUB: Dadurch, dass bei uns Po litiker keine Konsequenzen zie hen, ist alles wurscht. In den Nie derlanden ist eine Ministerin zu rückgetreten, weil sie die Rund funkgebühr nicht gezahlt hat. Das wäre bei uns undenkbar. Da könntest alles nicht zahlen.

Sie haben sich auch besonders der Landesfinanzen angenommen und eine Schulden-Uhr installiert. Was zeigt sie jetzt an?
ROLF HOLUB: Die ist ans Ende gekom men, sie hat eine Kommastelle zu wenig. Die Kärntner Schulden sind beispiellos in Österreich.

Wer ist dafür verantwortlich?
ROLF HOLUB: Rot und Orange haben den Voranschlag gemacht. Orange und Schwarz den Nachtragsvor anschlag. Den Rechnungsab schluss hat dann keiner gemacht. Keiner übernimmt die Verant wortung, aber jeder kriegt Geld.

Das Zukunftsprogramm der Grünen für Kärnten?
ROLF HOLUB: Landeshaushalt sanieren. Mein Vorschlag ist, dass sich alle Parteien mit Experten an einen Tisch setzen, Konzepte erarbei ten und einen Finanzvertrag un terschreiben, mit dem sie sich verpflichten. Das Finanzreferat muss aus oranger Hand genom men werden, weil die können es ja nicht. Unser zweites Anliegen ist es, die Abwanderung zu stop pen. Mit Kinderbetreuung, öf fentlichem Verkehr und der Job situation muss man Vorausset zungen schaffen, dass die Kärnt ner ­ - sie gehen eh nicht gerne weg -­ da bleiben.

Sie haben in den letzten Wochen mit Ihrem Engagement für die Asylanten von der Saualm einer seits Hochachtung, andererseits sehr viel Kritik . . .
ROLF HOLUB: . . . böse Briefe, böse Anru fe geerntet, das habe ich noch nie gehabt. Das macht einen schon traurig und betroffen.

Der aktuelle Status?
ROLF HOLUB: Das Aktionskomitee trifft nächste Woche mit den Unter kunftsgebern zusammen. Ziel ist es, das Thema bis nach der Wahl aus der politischen Schusslinie herauszunehmen. Und mein Ziel ist es, dass die Menschen wieder in die Grundversorgung kommen und man sie nicht auf einen Platz zwingt, von dem sie wieder flüchten müssen.

Asylanten können sich das Quartier aber nicht aussuchen.
ROLF HOLUB: Eh nicht, aber ich habe mir auch nicht ausgesucht, dass sie flüchten. Das Heim auf der Sau alm ist ein Murks. Landeshaupt mann Gerhard Dörfler redet den Leuten ein, wir haben so viele kri minelle Asylwerber. Auf der an deren Seite hat er so wenig, dass er sie aus Traiskirchen nachbe stellen muss. Das ist passiert. In Wirklichkeit geht es in Kärnten um vier bis sechs Personen.

Auch die FPÖ will am Wähler kuchen mitnaschen. Was bedeutet das für die Grünen?
ROLF HOLUB: Es war nicht zu erwarten, dass vom orangen Kuchen die Grünen die Brösel kriegen, da sind schon andere Vögel, die das aufpicken und einer davon ist Mario Canori.

Läuft es auf einen Lagerwahl kampf rechte Parteien gegen linke Parteien hinaus?
ROLF HOLUB: Ich bekenne mich zu dem Lager, das nicht in der Regierung ist. Wirkliche Farben merkt man bei der ganzen Packelei der Re gierungsmitglieder nicht. Rechts von mir sind vier Parteien, und ich bin in der Mitte.

Haben Sie Angst aus dem Land tag zu fliegen?
ROLF HOLUB: Wenn ich jetzt, nach fünf Jahren harter Arbeit weniger Stimmen kriege als vorher, dann muss ich Konsequenzen ziehen.

Wenn sich im Landtag die Frage stellt, oranger oder roter Landes hauptmann, wen werden die Grü nen wählen?
ROLF HOLUB: Als Gegenspieler zu Rechtsparteien würde es mir schon sehr schwer fallen, einen rechten Landeshauptmann zu ha ben Der aufrechteste wäre aber der Holub.

ANTONIA GÖSSINGER

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