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Kabeg-Gespenst über der Ärztewahl
Was steckt hinter der im letzten Moment nominierten Gegenliste zu Othmar Haas und seinem breiten "Ärzteforum" für die Ärztekammer-Wahl am 30. April? Diese Frage bewegt vor allem die Spitalsärzte.

Foto © ÄrztekammerBewährtes Team: Ärztepräsident Othmar Haas (2. v. r.) mit Boris Fugger, Günther Johann Rainer und Petra Preiss (v. l.)
Besondere Zeiten erfordern besondere Lösungen - folglich formierten sich am Vorabend mutmaßlich gravierender Umwälzungen im Gesundheitsbereich die beiden mächtigsten Gruppierungen in der Ärztekammer, "Kärntner Ärzteverband" und "Arzt 2000", zur Wahlplattform "Kärntner Ärzteforum". Mit 80 Prozent der Mandate (32 von 40) zieht man in die Neuwahl der Standesvertretung am 30. April.
Spitzenkandidat ist der amtierende Präsident Othmar Haas, dem auch ehemalige Konkurrenten wie Robert Schmidhofer, nunmehr bei Haas im Boot, Blumen streuen: "Haas ist einer, der wie ein Fels in der Brandung steht. Die Zusammenarbeit in der Kammer hat sich bewährt." Auch GKK-Zahnprimar Peter Semmelrock ("Ärzteallianz-Pensionssicherung") fühlt sich von Haas gut vertreten, bezeichnet ihn als Stabilitätsfaktor und sieht "keine gute Zeit für Experimente".
Ein Reizthema ist der Präsident hingegen in der Landesspitälerholding Kabeg mit Vorstandsdirektorin Ines Manegold und Aufsichtsratschef Kurt Scheuch (FPK): weil er schonungslos die Problemfelder in den LKH anspricht (Personalkürzungen, Ausbildungsmängel, Ärzteflucht) und die umfassende Aufklärung der Spitzelaffäre im Klinikum Klagenfurt verlangt.
Die Spitäler spielen eine zentrale Rolle bei der anstehenden Wahl, allein deshalb, weil dort 25 der 40 Mandate vergeben werden. Die fünf LKH sind aber auch thematisch Hauptkampfgebiet, weil die Zukunft für die dortigen Ärzte von vielen Fragezeichen überschattet ist. Logisch wäre, dass sie weiter Haas, Kurienchef Boris Fugger und der streitbaren Klinikum-Ärztebetriebsrätin Petra Preiss vertrauen, die sich vehement gegen allerlei Zumutungen der Kabeg gestemmt haben.
Doch kurz vor der Wahl präsentierte sich allerdings die Liste "Ärzte & Zukunft" mit den Spitzenkandidaten Erich Ropp und Heinz Leipold als Alternative. Sie muss sich allerdings gegen den Verdacht wehren, ein Wunschkind von FPK und Kabeg zu sein, um Haas an der Wahlurne zu stoppen, was man bislang mit Klagen nicht vermochte. Ropp, niedergelassener Gynäkologe, schied vor vier Jahren im Groll aus dem Amt des Kammervizes. Heinz Leipold ist Oberarzt an der Gynäkologie im Klinikum Klagenfurt, mit bestem Draht zum FPK-Urgestein und Mitglied der Kabeg-Expertenkommission, Herbert Haupt. "Ich bin aber dennoch nicht Primarius geworden", wirft Leipold ein.
Die "Ärzte & Zukunft" hätten sich formiert, weil Haas´ Einheitspartei ein Dorn im Auge sei. Als Spitalsarzt habe er sich zu wenig vertreten gefühlt, sagt Leipold. Natürlich gäbe es Probleme wie die von Haas angesprochene Ärzteflucht aus den LKH, aber Haas sei anzukreiden, dass er nicht mit den Verantwortlichen Lösungen erreicht habe.
Für Othmar Haas ist sonnenklar, dass sich "gewisse Herrschaften einen deutlich angenehmeren Präsidenten als mich wünschen."



















