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Zuletzt aktualisiert: 13.01.2012 um 05:10 Uhr

Das Match Kabeg gegen Ärztekammer

Ärztekammer-Chef Othmar Haas stach mit der Warnung vor "Ärzteflucht" aus dem Klinikum Klagenfurt in ein Wespennest. Vor Gericht wird er am Freitag mit alamierenden Fakten nachlegen.

Kabeg-Chefin Ines Manegold: rechtliche Schritte gegen Haas

Foto © WeichselbraunKabeg-Chefin Ines Manegold: rechtliche Schritte gegen Haas

Seit Ines Manegold im Chefsessel sitzt, ist es für die Kabeg, die Landeskrankenanstalten Betriebsgesellschaft, geradezu Sport, unangenehme Kritiker vor Gericht zu schleppen. Aktuell matcht sich Manegold mit Ärztekammerpräsident Othmar Haas. Erster Akt ist am Freitag ein Verfahren am Landesgericht Klagenfurt, bei dem es um seine Warnung vor den weitreichenden Konsequenzen einer "Ärzteflucht" aus den Landesspitälern geht.

"Notmaßnahmen"

Anlass war im September die Situation an der Radiologischen Abteilung im Klinikum Klagenfurt, wo ein geordneter Betrieb nach dem Wechsel von zwei Fachärzten nach Deutschland nur noch durch "Notmaßnahmen" zu gewährleisten war. Unter anderem wurde der Vertrag eines pensionsberechtigten Arztes um ein Jahr verlängert. Abgesehen davon, dass die Ärztekammer entgegnet, dass eingeklagte Äußerungen in der inkriminierten Presseaussendung gar nicht vorkommen, untermauert sie die Warnung vor einer "Ärzteflucht" mit aufrüttelnden Fakten. Nicht weniger als 18 vormalige Fachärzte sind seit 2006 in Kassenordinationen für Allgemeinmedizin abgewandert - aus den Bereichen Chirurgie, Interne Medizin, Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurologie und Anästhesie. Dutzende weitere Ärzte sind zu anderen Dienstgebern gewechselt, etliche zogen sogar die unsichere Existenz in einer Wahlarztpraxis der Arbeit in einem Landesspital vor. Der Hintergrund: vor allem unattraktive Arbeitsbedingungen, wie eine jüngst unter Kärntner Spitalsärzten durchgeführte Umfrage aufzeigt.

Dass man Anreize schaffen müsse, um qualifizierte Fachleute im Haus zu halten, gestand vor wenigen Wochen die Kabeg selbst ein - mit der Ankündigung, aus dem Klinikum ein Lehrkrankenhaus zu machen.

"Spitzelaffäre"

Die zweite im Raum stehende Klage gegen Ärztekammerchef Haas, im Zuge der "Spitzelaffäre" im Klinikum, ist noch ausständig. Sie ist besonders brisant, weil alle Zeugen erstmals vor Gericht aussagen werden, was Manegold bislang zu verhindern wusste. Kürzlich wurde sie von der Expertenkommission aber mit rechtlichen Schritten gegen Haas beauftragt, nachdem sie ihm zuvor selbst solche angedroht, offenbar aber mit einem außergerichtlichen Vergleich spekuliert hatte.

Neues Hauptquartier

Ärztekammerpräsident Othmar Haas verschickte jene Protokolle an die Ärzteschaft, welche Ines Manegold als Urheberin der Spitzelaffäre schwer belasten. Im Begleitschreiben warf er ihr dabei vor, die Öffentlichkeit nach Strich und Faden belogen zu haben.

Zumindest räumlich konnte Ines Manegold inzwischen zum missliebigen Ärztekammerchef auf Distanz gehen: Kurz vor Weihnachten zog nämlich die Kabeg aus dem Ärztekammerhaus in Klagenfurt, Ecke St. Veiter Straße/Kraßniggstraße, aus und in ihr neues Hauptquartier im vormaligen Gebäude der Plastischen Chirurgie im neuen Klinikum Klagenfurt ein . . .

WOLFGANG RAUSCH

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