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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2011 um 20:56 Uhr

"Bund will mehr Mitsprache"

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) nimmt im Kleine Zeitung-Interview Stellung zu Fragen der Finanzierung und der E-Medikation.

BM Alois Stöger (links) verteilte am Donnerstag gemeinsam mit LH-Stv. Peter Kaiser eine gesunde Jause an Volksschulkinder (Bild: St. Stefan im Lavanttal)

Foto © BMG/Reinhold PolsingerBM Alois Stöger (links) verteilte am Donnerstag gemeinsam mit LH-Stv. Peter Kaiser eine gesunde Jause an Volksschulkinder (Bild: St. Stefan im Lavanttal)

Das Klinikum Klagenfurt sorgt seit Wochen für negative Schlagzeilen. Ist die Kunde darüber zu Ihnen vorgedrungen?

ALOIS STÖGER: Natürlich. Aber es ist nicht meine Art, zu einzelnen Krankenhäusern Kommentare abzugeben. Mir ist allerdings sehr wichtig, dass Ärzte und Pflegepersonal gemäß ihrer Ausbildung ungehindert zum Wohle der Patienten arbeiten können.

Der Bund zahlt 65 Prozent der Krankenhauskosten. Da müsste doch der Grundsatz gelten: Wer zahlt, schafft an?

STÖGER: Dieser Meinung bin ich auch. Aus diesem Grund ist ein Gesetz in Ausarbeitung, das in Zukunft das Mitspracherecht des Bundes sichern wird. Da geht es um die flächendeckende medizinische Versorgung und darum, Schwerpunkte zu setzen.

Wann rechnen Sie damit, dass dieses Gesetz in Kraft treten kann?

STÖGER: Das wird spätestens 2013 der Fall sein, wenn der Finanzausgleich mit den Ländern ausverhandelt ist.

Wenn der Bund mehr Kompetenzen im Spitalsbereich hat, werden wohl auch einige Standorte von Krankenhäusern infrage gestellt?

STÖGER: Es besteht kein Zweifel, dass mancherorts zu viele Krankenhäuser betrieben werden. Das ist aber noch lange kein Grund, einzelne Standorte infrage zu stellen. Denn man kann Akutkrankenhäuser zu Alters- und Pflegeheimen umbauen, von denen wir angesichts der Alterspyramide in Zukunft immer mehr brauchen werden.

Aus Anlass des Weltgesundheitstages, der traditionell am 7. April begangen wird, haben Sie am Donnerstag an mehreren Volksschulen eine gesunde Jause verteilt. Was ist das Ziel dieser Aktion?

STÖGER: Ziel des Gesundheitsministers muss es sein, die Menschen erst gar nicht krank werden zu lassen. Deshalb haben wir heuer den "Nationalen Aktionsplan Ernährung" geschaffen. Man kann nicht früh genug lernen, dass gesunde Ernährung gut tut und gut schmeckt.

Auch die E-Medikation, elektronische Erfassung von Arzneimitteln, ist eine Ihrer Kreationen?

STÖGER: Dabei handelt es sich um ein erstes Teilprojekt der elektronischen Gesundheitsakte ELGA. In Sachen e-health sind wir in Österreich Vorreiter in der EU. E-Medikation bedeutet, dass Arzt und Apotheker über die e-card auf das Arzneimittelkonto eines Patienten Zugriff haben und so unerwünschte Wechselwirkungen ausschließen können.

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