Bezirks- und Gemeindesuche
Zerrbild & Nadelstich
Kabeg-Vorsitzender übt sich in Schönfärberei / Willkürliche Ausschreibung / Seltsamer koalitionärer Umgangston.

Foto © APA/Symbolbild
Als treuer Diener seiner Herren empfahl sich Albert Kreiner als Vorsitzender der Kabeg-Expertenkommision in der Mitarbeiterzeitung der Landesspitäler-Holding. Seine Feststellung "Es war ein mutiger Schritt, ohne den Einfluss der Landespolitik zu arbeiten und Entscheidungen für die Kabeg von unabhängigen Personen treffen zu lassen" war ganz im Sinne von FPK und ÖVP, die Wahrheit trat der Abteilungsleiter in der Landesregierung damit aber mit Füßen. Kaum wer wird auch seine Aufforderung, "sich von dem verzerrten Bild, das oft in der medialen Diskussion gezeichnet wird, nicht verunsichern zu lassen", ernst nehmen. Dafür sorgt schon der neben Kreiners Ausführungen platzierte Kommentar des Betriebsratschefs Arnold Auer. Unverblümt fragt Auer: "Sind die Perspektiven der neuen Kabeg aufgrund des Change-Prozesses wirklich so glänzend, wie sie in Hochglanzprospekten überschwänglich geschildert werden?" Wohl kaum, denn Auer verlangt von Politik und Management "rasche Entscheidungen, um den derzeit in allen Häusern der Kabeg bestehenden Stillstand und Rückschritt zu beenden."
Tempo bei Ausschreibung
Dabei lässt Kabeg-Chefin Ines Manegold zumindest an Nebenfronten durchaus Tempo machen. Für Erstaunen sorgte dieser Tage die rechtlich kürzestmögliche Bewerbungsfrist - noch dazu mitten in der Weihnachtszeit - für den Posten eines Mitarbeiters für die Unternehmenskommunikation. Die Veröffentlichung in der Landeszeitung erfolgte am 16. Dezember, Bewerbungsschluss ist Freitag. Den Job macht seit Mitte Juli mit Werksvertrag Kerstin Wrussnig, die nunmehrige Ausschreibungs-Show soll offenkundig ihre Anstellung legitimieren.
Eine Politik der gegenseitigen Nadelstiche betreibt die FPK/ÖVP-Koalition. Wenngleich statt der Nadel mitunter der Holzhammer ausgepackt wird, wie das letzte Beispiel von Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) zeigte. Er sagte über Koalitionspartner ÖVP-Chef Josef Martinz, dieser sei in der Ortstafel-Diskussion so bedeutsam "wie eine Fliege auf einem Elefanten". Als Retourkutsche stempelt die ÖVP Dörfler zum Sündenbock für den Unmut über das neue Kinderbetreuungsgesetz. Es war überfallsartig in der letzten Landtagssitzung beschlossen worden und wird noch nicht absehbare negative finanzielle Auswirkungen auf Eltern und Gemeinden haben. "Wären wir zuständig gewesen, hätte es eine Begutachtung gegeben", sagt ÖVP-Landesparteisekretär Achill Rumpold. Das hat die ÖVP aber nicht daran gehindert, dem verkürzten und heftig kritisierten Gesetzesverfahren zuzustimmen.



















