Bezirks- und Gemeindesuche
Kabeg: "Nachdenkpapier" für 8000 Euro
"Beratermania" in den LKH sorgt für Diskussionen. Wer steht für Studie, die in Klagenfurt statt Nachbesetzungen Personalabbau forderte, gerade?

Foto © Weichselbraun
Kabeg-Chefin Ines Manegold war schwer verärgert, als im August das Ergebnis einer von ihr bei PwC (PricewaterhouseCoopers) in Auftrag gegebenen Erhebung der Personalsituation im Pflegebereich des Klinikums Klagenfurt zur Kleinen Zeitung durchsickerte. Von 280 Pflegern zu viel wusste Zentralbetriebsratsobmann Arnold Auer damals zu berichten und forderte geharnischt Schadenersatzpflicht von jenem ein, der sie in Auftrag gegeben habe. Denn mehrere andere vorliegende Berechnungen belegten seit Langem, dass man in Wahrheit eine Aufstockung brauche. Tatsächlich wurden inzwischen der Intensivstation 14 neue Arbeitskräfte genehmigt - wohl erst der Auftakt von Nachbesetzungen im Klinikum. Übrigens: Die PwC-Expertise kostete knapp über 8000 Euro.
Seit dem Frühsommer durchleuchtet eine deutsche Beraterfirma die wirtschaftliche Situation des LKH Wolfsberg, wofür bislang ohne Spesen knapp 30.000 Euro zu Buche stehen. Manegold sieht sich bei Beraterkosten gegenüber ihren Vorgängern aber lediglich "im unteren Prozentbereich".
Vergangenheit dürfte hingegen die "Whistleblower"-Hotline sein, bei der Kabeg-Bedienstete anonyme Missstände melden könnten. Sie entpuppte sich, wie gestern berichtet, als "tote Leitung", kostete bislang aber rund 15.000 Euro. "Das reicht", sagt Betriebsratschef Auer, "wir werden die Betriebsvereinbarung aufkündigen."
Mit Minimum 200.000 Euro an Kosten rechnen Insider, gewinnt der entlassene Klagenfurter Med-Direktor Matthias Angrés, der offen die Probleme im Klinikum ansprach, einen Arbeitsgerichtsprozess gegen die Kabeg. Manegold hatte ihn ohne Konsultation der Expertenkommission gefeuert, welche den Fall heute behandeln wird. Der Betriebsrat verlangt die Wiedereinsetzung von Angrés, wozu das Gremium berechtigt wäre.
Auch eine andere Personalie wird wohl zur Diskussion kommen, weil sie die Gemüter in allen LKH erhitzt: Freitag wurde Thomas Koperna als Kabeg-Hauptabteilungsleiter für Medizin/Unternehmensentwicklung designiert.


















