Bezirks- und Gemeindesuche
Strafzettel-Intervention: Wirbel um Rathauschef
Klagenfurter Magistratsdirektor soll für Bezirkshauptmann und frühere Politikerin zum Telefon gegriffen haben. Verdacht des Amtsmissbrauchs.

Foto © WeichselbraunStafzettel sollten stoniert werden
Seit Monaten gärt es im Klagenfurter Rathaus, weil Behördenleiter Peter Jost trotz Auffliegens einer Zulagen-Affäre nach wie vor ungebremst schalten und walten kann. Wie ein Kontrollamtsbericht bestätigt, kassierte er über vier Jahre unrechtmäßig eine Zulage in Höhe von monatlich rund 1500 Euro. Diese Causa ist bekanntlich auch Gegenstand von staatsanwaltlichen Ermittlungen. Bis zu deren Abschluss ruht ein behördeninternes Disziplinarverfahren.
Seit der Vorwoche liegt sogar noch eine zweite Disziplinaranzeige gegen Jost vor, diesmal wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs. Bürgermeister Christian Scheider (FPK) musste tätig werden, weil ihm eine angebliche Intervention von Jost beim Security-Unternehmen "Group 4" gemeldet wurde, die zwei in der Klagenfurter Innenstadt ausgestellte Strafzettel stornieren sollte. Eines der Strafmandate hatte ein Kärntner Bezirkshauptmann kassiert, der privat unterwegs gewesen sein soll, das zweite eine ehemalige Klagenfurter Gemeindemandatarin.
"Frei erfunden"
Magistratsdirektor Peter Jost weist die Vorwürfe entschieden zurück. "Sie entbehren jeder Grundlage und sind frei erfunden." Und: "Der Bürgermeister hat die Disziplinarkommission auch nur zur Klärung des Sachverhalts eingeschaltet."
Der Disziplinarkommission steht übrigens weiterhin eine enge Mitarbeiterin Josts vor, die sich auch in der aktuellen Causa nicht befangen zeigte. Ganz im Gegenteil. Ohne Auftrag des Bürgermeisters forderte sie bei der "Group 4" in dessen Namen eine Liste sämtlicher Strafzettel-Stornierungen ein. Das brachte ihr eine Verwarnung durch Christian Scheider ein.


















