Umstrittene Einwanderer im Reich der Tiere
Eine ORF-Produktion widmet sich den tierischen Einwanderern und beleuchtet deren Vor- und Nachteile. Gestaltet hat die Sendung Barbara Liebminger, Redakteurin des ORF-Landesstudios Kärnten.

Foto © PrivatWaschbär Petzi erwies sich zur Freude von Kameramann Alfred Bein als perfekter TV-Star
Begonnen hat alles mit der Spanischen Wegschnecke, die in Österreich 1972 erstmals entdeckt wurde und wahrscheinlich mit Gemüselieferungen aus Spanien eingeschleppt wurde. "Meine Mutter hat zwar nur einen kleinen Garten, aber jede Menge Nacktschnecken", erzählt Barbara Liebminger, Redakteurin im ORF-Landesstudio Kärnten. Bereits vor ein paar Jahren gestaltete sie über die gefräßigen Plagegeister einen Beitrag für "Kärnten heute".
Vor zwei Jahren kam sie mit Christian Wieser, Kustos für Zoologie am Landesmuseum in Klagenfurt, ins Gespräch über tierische Einwanderer. "So entstand die Idee, über diese Aliens einen größeren Beitrag zu machen", sagt Liebminger. Der Vorschlag wurde angenommen, im vergangenen Juni begannen die Dreharbeiten. "Wir hatten nur sechs Drehtage zur Verfügung. Für die Aufnahmen benötigten wir eine spezielle HD-Kamera, die man zwei Tage vorher anfordern muss. Zum Glück hat die Wettervorhersage immer gestimmt. Wir hatten traumhaftes Wetter", erinnert sich Liebminger an eine stressreiche, aber auch spannende Zeit. Zur Seite standen der Redakteurin nicht nur ein perfektes ORF-Team, sondern auch die bekanntesten und besten Kärntner Tierspezialisten, allen voran Christian Wieser, der nächtelang Asiatische Marienkäfer zählte.
Rechtzeitig geschlüpft
Wieser, der sich auf Schmetterlinge spezialisiert hat, konnte mit dem Kokon eines Japanischen Seidenspinners daheim aufwarten. "Nachdem der Schmetterling geschlüpft war, rief er an, wir konnten filmen", gerät Liebminger ins Schwärmen. Wieser war es auch, der für eine spektakuläre Aufnahme der Zebraspinne sorgte. "Die Spinne hockte im Netz. Wieser warf eine Heuschrecke hinein. Durch Zufall hatte Alfred Bein gerade die perfekte Kameraeinstellung, als sich die Spinne auf die Heuschrecke stürzte."
Mit dem Zoologen Jürgen Petutschnig begab sich Liebminger auf die Suche nach dem Signalkrebs und dem Sumpfkrebs, mit Landesfischereiinspektor Wolfgang Honsig-Erlenburg erhob man im Lesachtal den Bestand der Regenbogen- und der Bachforelle. Als es um die Dokumentation von Buntbarschen ging, so fand Liebminger in Gerald Arnold einen genialen Unterwasserfilmer, der seine Erfahrung bei "Universum"-Produktionen einfließen ließ. Helga Happ präsentierte Schmuckschildkröten.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo sie sich explosionsartig vermehren, sind Waschbären in Kärnten noch äußerst selten. "Christian Wieser hat bei einem Spaziergang im Gailtal einen Waschbären gesehen. Wir fanden eine Frau, die einen Waschbären als Haustier besitzt und der Petzi heißt. Diesen konnten wir außerhalb des Geheges filmen. Er hat einfach alles gemacht, was wir uns gewünscht haben. Es war ein Traum!", sagt Liebminger, die in ihrer Laufbahn beim ORF immer wieder "Naturthemen hervorgekramt" hat. Und durch ihre fünfjährige Tochter Emily erhält sie zusätzlich einen neuen Blick für alles, was kreucht und fleucht.
Features
Erlebnis Österreich
Sendetermin. Die Produktion "Die Invasion der Aliens - Vom Segen und Fluch der eingewanderten Tiere" wird im Rahmen der Sendereihe "Erlebnis Österreich" am Sonntag, dem 29. Jänner um 16.35 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt. Gestaltet hat die Sendung Barbara Liebminger, Redakteurin des ORF-Landesstudios Kärnten. Hinter der Kamera stand Alfred Bein, für Ton und Bildschnitt zeichnet Klaus Wachschütz verantwortlich.







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