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Zuletzt aktualisiert: 24.01.2012 um 05:10 UhrKommentare

Fette Strafe für Speck-Bäuerin

Eine Bauernfamilie aus Hermagor musste 6000 Euro Strafe bezahlen, weil sie ihren Speck als "Gailtaler Speck" bezeichnete. Der Verein "Gailtaler Speck" sah darin eine Markenschutzverletzung.

Landwirtin Helga Scheiber: "Wir mussten 6000 Euro Strafe zahlen, wegen eines falschen Wortes auf unserer Homepage. Wie kann man nur so miteinander umgehen?

Foto © KLZ/JostLandwirtin Helga Scheiber: "Wir mussten 6000 Euro Strafe zahlen, wegen eines falschen Wortes auf unserer Homepage. Wie kann man nur so miteinander umgehen?

Die Bauernfamilie Scheiber aus Waidegg bei Hermagor produziert seit Ewigkeiten Speck. Doch jetzt bekam sie ihr Fett ab! Weil sie ihren Speck als "Gailtaler Speck" bezeichneten, wurden sie per Anwaltsbrief aufgefordert, 8000 Euro Strafe plus 1800 Euro Anwaltskosten zu bezahlen. Dahinter stand der Verein "Gailtaler Speck", der eine Markenschutzverletzung ortete.

Helga Scheiber, die auch Urlaub am Bauernhof anbietet, sagt: "Auf unserer Homepage stand, dass wir Lebensmittel erzeugen: wie Brot, Topfen und Gailtaler Speck." Ein schwerer Fehler: Denn nicht jeder Speck aus dem Gailtal, darf Gailtaler Speck genannt werden. "Das ist eine EU geschützte Marke und wer diesen Markenschutz verletzt, muss mit Konsequenzen rechnen", wettert Albert Jank, der Obmann des Vereins "Gailtaler Speck". Harte Kost für Helga Scheiber. "Ich war selbst Mitglied des Vereins", sagt sie. "Als ich vor ein, zwei Jahren ausgestiegen bin, vergaß ich die Formulierung Gailtaler Speck von unserer Homepage zu nehmen. Das war nicht korrekt. Das gebe ich zu."

Was Scheiber auf den Magen schlägt, ist die Vorgangsweise: "Kurz vorm Heiligen Abend bekam ich den Anwaltsbrief, in dem stand, ich muss bis Silvester zahlen." Das einzige was Scheiber tun konnte, war, die Homepage zu sperren und um eine Verlängerung der Zahlungsfrist bitten. Vom Prozess riet die Rechtsschutzversicherung ab, weil der Verstoß gegen das Markenschutzgesetz eindeutig war. Familie Scheiber hoffte trotzdem auf eine "gütliche Lösung" mit dem Speckverein. Scheiber: "Ich dachte wir können es bei einer Verwarnung belassen. Im Gegenzug dafür, wäre ich dem Verein gerne wieder beigetreten."

Nix da. Der Speckverein blieb hart, die Scheibers mussten zahlen. "Ein Teil der Strafe wurde uns nachgesehen", so die Bäuerin. "Aber samt Mehrwertsteuer mussten wir trotzdem noch 6000 Euro Strafe zahlen", so Scheiber. "Wegen eines falschen Wortes auf der Homepage." Die Anwaltskosten des Vereins mussten die Scheibers ebenfalls übernehmen. "Es gab auch ein wenig Rabatt." Gegessen ist der Speckstreit aber noch lange nicht. "Wie kann man nur so miteinander umgehen?", fragt Scheiber. Jank kontert: "Familie Scheiber ist aus dem Verein ausgestiegen, hat ihr Produkt im Dunstkreis unserer Marke weiterverkauft. Wir wissen unsere Marke zu schützen. Wie wir das machen ist uns zu überlassen."


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Bild vergrößernAlbert Jank, Obmann des Vereins Gailtaler Speck Foto © KK/Privat

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