73-jährige deutsche Busretterin ist in Kärnten angekommen
Zehn Millionen "Bild"-Leser staunten über die aufsehenerregende Rettungstat einer Pensionistin auf dem Weg in den Urlaub am Weißensee. Die Frau hatte auf der Autobahn das Reisebus-Steuer übernommen, weil die Lenkerin ohnmächtig wurde.

Foto © Rie-PressMartha Becker am Weißensee auf dem Sitz der Lenkerin, nach deren Ohnmacht sie ein Unglück verhindern konnte
Nach so einem Ferienstart ist man erst recht urlaubsreif! Am Montag brachen Martha Becker und 27 weitere Pensionisten aus Rheinland-Pfalz zum Kärntner Weißensee auf. Sie fuhren in einem Bus des Reisebüros, das Becker 40 Jahre lang geleitet hatte. Was dann geschah, vergisst die 73-Jährige wohl nie.
"Auf einmal schrammte unser Bus an der Autobahn-Leitplanke entlang. Ich saß hinter der Fahrerin und rief ihr eine Warnung zu, doch sie reagierte nicht." Martha Becker sprang auf und versuchte, den Bus zu stoppen. "Als Erstes griff ich mit der linken Hand ans Lenkrad, dann schob ich mein rechtes Bein unter das der bewusstlosen Lenkerin bis zur Bremse." Sie starrte nur geradeaus und brachte den Bus zum Stehen, wobei sie eine Vollbremsung vermied. Eine gute Entscheidung: Hätte sie das Gleichgewicht verloren, hätte niemand mehr bremsen und ein Unglück verhindern können: Hinter der Leitplanke lag nämlich ein sechs Meter tiefer Abgrund.
Die Polizei lobte Becker: "Was sind Sie für eine Chauffeurin!" "Dabei", so die Pensionistin, "habe ich nicht einmal einen Busführerschein!" Die Mitfahrer klopften ihr dankbar auf die Schulter und feierten ihre "Lebensretterin". "Nachdem alles gut überstanden war, haben wir im Bus angestoßen - mit Sekt, Bier und Wasser." Mit einem neuen Fahrer, dem Fast-Unglücksbus und vier Stunden Verspätung traf die Truppe am Weißensee ein.
Und danach? "Wir haben in der Kirche von Maria Luggau ein Dankgebet gesprochen und uns ins Gästebuch eingetragen. Wir haben gut gegessen. Uns geht es wieder gut."
Der Buslenkerin auch, "einer meiner besten Mitarbeiter", so Beckers Sohn und Reisebüro-Chef Lars. Warum sie ohnmächtig wurde, wird noch untersucht.
Wer jetzt in Oberkärnten einen beschädigten Bus aus Deutschland sieht, der weiß, woher die Kratzer sind.
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