Wahl endet nun vor Gericht
Fast-Bürgermeister aus Dellach/Drau muss nun vor den Richter treten. Aufgrund durchgepauster Kreuze auf Stimmzetteln will Staatsanwalt Betrug beweisen.

Foto © KLZ / Weichselbraun
Anklage wegen Amtsmissbrauchs erhob die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Walter Egger, der in einer Stichwahl am 15. März 2009 zum Bürgermeister von Dellach/Drau gewählt wurde, sein Amt aber aufgrund plötzlicher Krankheit nicht angetreten hatte.
Wie berichtet, gab es bereits im Oktober 2009 von Egger ein Geständnis, das er und die örtliche SPÖ per Postwurfsendung kundtaten. Darin bekannte sich Egger, der als Gemeindebediensteter Zugang zu den Stimmzetteln hatte, diese manipuliert zu haben und zwar jene, die am vorzeitigen Wahltag abgegeben wurden. Friedrich Koenig, Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, bestätigt den Wahlbetrug: "Die Stimmzettel wurden technisch untersucht. Egger dürfte mehrere Dutzend eines Wahlsprengels gestapelt und mit Kugelschreiber angekreuzt haben. Die Kreuze haben sich deutlich auf die darunter liegenden Zettel durchgepaust. Egger hat die Fälschung auch gestanden."
Anonyme Anzeige
Aufgeflogen ist der Fall nach der Stichwahl, in der Egger in einem Sprengel einen Vorsprung von über 200 Stimmen hatte. Skepsis wurde laut, die eine anonyme Anzeige bei Landeswahlleiter Herbert Hauptmann zur Folge hatte. Dieser schaltete den Korruptionsstaatsanwalt ein. Verfahrenstermin gibt es laut dem Vizepräsident des Landesgerichts Klagenfurt, Bernd Lutschounig, noch keinen: "Der Akt liegt noch beim Vorsitzenden des Schöffengerichts, der weitere Erhebungen angeordnet hat."
Der Beschuldigte Walter Egger war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.









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