Stadträtin kündigte Mitarbeiter - und stellte Bruder ein
Zwei Beschäftigte im Strandbad Hermagor mitten in der Saison gekündigt, Stadträtin Irmgard Hartlieb fand rasch Ersatz. Aufregung ist groß.

Foto © JostWährend die Gäste im Strandbad Hermagor Spaß haben, gibt es im Hintergrund Personalprobleme
Stadträtin Hartlieb hat zwei Mitarbeiter aus dem Strandbad der Stadtgemeinde Hermagor entlassen und am gleichen Tag einen nahen Verwandten eingestellt." Darüber wird in der Wulfeniastadt diskutiert.
Tatsächlich wurden zwei langjährige Saisonmitarbeiter aus dem Strandbad gekündigt. Einer war über zehn Saisonen lang beschäftigt, auch als Leiter; der andere sechs Saisonen. Beide hätten immer für einen annähernd klaglosen Badebetrieb gesorgt, ist zu hören. Ebenso, dass es mit den Schwierigkeiten begonnen habe, als vor zwei Jahren die Arbeitszeiten aus "Einsparungsgründen" verändert wurden. Ebenso, dass die Vorstellungen aus dem Rathaus, wo die Dienstpläne erstellt werden, immer weniger mit dem Betrieb vor Ort am Pressegger See gepasst hätten. Die Spannung zwischen Geschäftsführung und den Mitarbeitern hätten im gleichen Maße zugenommen. Aufgrund der geänderten Dienstzeiten seien - bei Gewährleistung des laufenden Betriebes - immer mehr nebensächliche Arbeiten immer weniger erledigt worden. "Geschadet" dürfte den beiden auch haben, dass sie Kunden fürs Bad geworben hätten. Während dies im Rathaus unbeachtet blieb, gäbe es jetzt viele von ihnen angeworbene Gäste, die nach dem Verbleib der beiden fragen würden.
Beschwerden
Das Dienstende der beiden Männer ausgesprochen hat Stadträtin Irmgard Hartlieb (ÖVP): "Die Leute erzählen viel Unwahres. Leider musste ich aufgrund der ständig steigenden Beschwerden der Badegäste und dem Ergebnis meiner Kontrollen im Bad handeln. Selbst nach Gesprächen und Aufforderung zur Besserung blieb alles beim Alten: Das Badgelände verdreckte immer mehr, Müllbehälter wurden nicht entleert. Während der Arbeitszeit wurde trotz Verbots auch Alkohol konsumiert, trotz Nichtstun am Abend bis 20 Uhr Dienstzeit geschrieben und vieles mehr." Daher habe sie die Kündigung der beiden Männer ausgesprochen: "Es war keine Entlassung, wir waren human."
Mobbing
Ihr Handeln benötigte aber neue Mitarbeiter. "Über Nacht musste ich zwei neue finden und einstellen. Ich weiß, dass die Einstellung meines Bruders eine schiefe Optik erzeugt - aber die Sicherung des Badbetriebes geht vor", sagt Hartlieb. Wenn sie von "Wir" spricht, meint sie sich und Bürgermeister Siegfried Ronacher. Der Personalreferent sagte zur Causa nur: "Zum Thema gibt es keine Auskunft, es geht um Menschen und Datenschutz. Wenn Mitarbeiter oder politische Kollegen darüber reden, dann gibt es Konsequenzen."
Die zog ein weiterer Mitarbeiter im Bad - er sieht die Vorgänge auch als Mobbing und kündigte.












