Student hat Hermagor "durchschaut"
Markus Jamritsch (25) zeigt Problematik leer stehender Geschäfte auf und will Projekt zur Wiederbelebung starten.

Foto © KleinsasserJamritsch: "In der Essl-Fabrik besteht eine Teilnutzung. Es gäbe aber Potenzial, dort Wohnungen unterzubringen"
Geht man durch Hermagors Innenstadt Richtung Essl-Fabrik, ergibt sich aufgrund vieler leer stehender Schaufenster ein eher tristes Bild: Im Modegeschäft Jochum zeugen noch Plakate von der Schließung, Elektro Blüml gibt es lange nicht mehr. Schilder weisen auf einige zu mietende Geschäftsflächen hin - scheinbar mit wenig Erfolg.
"13 Lokale stehen zum Zeitpunkt meiner Studie in der Innenstadt leer, das sind 38 Prozent", sagt Markus Jamritsch (25). Der Geografie-Student aus Egg widmete eine Arbeit im Schwerpunkt Regionalentwicklung der Leerstandsproblematik in seiner Heimatstadt. "Es ist immer weniger los. Da ich im Studium schon immer versuchte, alles auch auf das Gailtal zu beziehen, wollte ich dieses Thema wissenschaftlich aufbereiten", erklärt Jamritsch, der nach dem Studium in Wien wieder ins Gailtal zurückkehren und im Bereich Regionalentwicklung arbeiten möchte.
Nicht interessant
"Für große Betriebe ist die Innenstadt nicht interessant, Baugründe außerhalb sind billiger, bieten Parkplätze vor der Tür. Ich glaube, dass die Geschäftsleerstände mit leeren Wohnungen zusammenhängen. Wäre die Innenstadt als Wohnort interessanter, würden sich vielleicht wieder Geschäfte - etwa ein Nahversorger - ansiedeln, weil einfach mehr los wäre. Hier sollte sich die Gemeinde etwa durch Förderungen zur Sanierung alter Wohnungen auf die Innenstadt konzentrieren und einen Kommunikationsprozess mit Eigentümern forcieren", regt Jamritsch, der das Thema in seiner Diplomarbeit näher aufarbeiten möchte, an.
Im Sommer will der engagierte Student kurzzeitig eines der leer stehenden Geschäfte für ein Projekt zur Altstadtentwicklung gewinnen, bei dem sich auch die Bürger einbringen können: "Etwa in einer Ideenwerkstatt, um zu erfahren welche Wünsche die Leute für die Innenstadt haben. Man könnte Ausstellungen und Vorträge halten. Dieser Raum soll Anlaufstelle für alle sein und für jegliche kreative Aktivitäten, die der Belebung dienen, zur Verfügung stehen", erklärt Jamritsch, der auch schon mit einem Eigentümer im Gespräch ist.












