Freizeit nicht an Kommerz binden
Kärntner Bildungswerk, das am Samstag Jahreshauptversammlung abhält, beschäftigt sich 2012 mit Festen.

Foto © EggenbergerKlaus Fillafer, Bildungswerk-Obmann
Seit einigen Jahren legt das Kärntner Bildungswerk (KBW) bei seiner Mitgliederversammlung, die am Samstag im Stadtsaal Hermagor über die Bühne geht, einen Themenschwerpunkt für die kommenden Monate fest. Heuer will man das Bewusstsein für Feste und Feiern schärfen. "Der Festtag, der sich vom Alltag abhebt, ist mit der Freizeit verbunden. Feiern ist also Teil der Freizeitkultur – und hier gibt es ein riesiges Angebot", sagt Klaus Fillafer, Obmann des KBW.
Zum einen bestimmen private Festlichkeiten wie Geburtstage oder Hochzeiten das Leben der Menschen, zum anderen gibt es Feste, die man mit einer größeren Gemeinschaft und zugleich im kleinen Kreis begeht. So etwa Ostern, wo man sich zur Speisensegnung zusammenfindet, um anschließend zu Hause das Festmahl zu genießen. "Es gibt aber auch Gruppen, die sich unabhängig von Familie und Gesellschaft einen eigenen Festrhythmus aussuchen. Das sind zum Beispiel die Fans von Mittelalterspielen, die oft das ganze Jahr über von einem Spektakel zum nächsten reisen", führt Fillafer aus.
Allerdings bedauert der Bildungswerk-Obmann, dass Festen immer häufiger Inhalt und Sinn abhandengekommen sind. "An diese Stelle tritt die Kommerzialisierung. Muttertag, Valentin oder Halloween ist von der Wirtschaft bestimmt." Hier will das Bildungswerk zum Nachdenken anregen. "Ziel ist ein Heraustreten aus dem Alltag ohne Wirtschaftlichkeit", ergänzt KBW-Geschäftsführer Michael Aichholzer. Außerdem sollen Feste und Feiern im zunehmenden Maß als Rituale wahrgenommen werden, die man in Ruhe genießt. "Wir wollen dem Freizeitstress gegenwirken", meint Fillafer, der – im Anklang an das Wort Zivilisation – eine "Zuvielisation" wahrnimmt.
Features
Versammlung
Termin. Jahreshauptversammlung am Samstag, ab 9 Uhr im Stadtsaal von Hermagor. Vorträge von Willi Rainer (Notwendigkeit von Festen, 9.45 Uhr), Peter Wießflecker (Feiern aus historischer Sicht, 10.15 Uhr) und Klaus Fillafer (Tanz als Inbegriff von Festlichkeit, 11.15 Uhr). Jeder ist willkommen.












