Orgelmusik ist Medizin für ihre Seele
Seit ihrem elften Lebensjahr ist Anni Dabernig (81) aus Kötschach-Mauthen Organistin. Im Ruhestand nahm sie in Villach Orgelunterricht und erfüllte sich den Traum einer Hausorgel.
Seit 70 Jahren spielt Anni Dabernig die Kirchenorgel. Schon als Kind war sie fasziniert von der "Königin der Instrumente" im Gailtaler Dom in Kötschach. Mit 11 Jahren fand ihr hartnäckiges Bitten, Orgel spielen zu dürfen, bei ihren Eltern endlich Gehör. Sie durfte beim Servitenpater Magnus Orgelunterricht nehmen. "Angefangen habe ich am Harmonium", erinnert sich die pensionierte Lehrerin, "weil das Spielen auf der Orgel für mich noch zu schwer war."
Begehrte Aushilfe
Fünf Monate später, im September 1942, durfte sie zum ersten Mal bei der Messe das Harmonium spielen. "Mein erstes Lied war "Lobt froh den Herrn", erinnert sich die 81-Jährige. "Genau mit diesem Lied möchte ich irgendwann einmal aufhören." Als sie 1943 auf der Kirchenorgel zu spielen begann, musste ihre Mutter den Blasbalg treten, denn die kleine Anni war dazu noch zu schwach. "Ich übte jeden Tag in der Kirche, meiner Mutter war es schon zu viel, denn nach einer Stunde hatte ich noch lange nicht genug", erinnert sich Dabernig.
Während der Zeit als Lehrerin war sie mit ihrer Freundin Ida Lusser Organistin in Kötschach und zugleich im Gail- und Lesachtal eine begehrte Aushilfe. Seit drei Jahren spielt nun Christian Lederer auf "ihrer" Orgel im Gailtaler Dom und sie übernahm die Organisten- und Chorleiterstelle in der Pfarre Mauthen.
Nachdem sie 1990 beruflich in den Ruhestand trat, setzte sie sich wieder auf die "Schulbank" und nahm in Villach bei Helmut Luksch und Orthulf Prunner Orgelunterricht. Dazu fuhr sie viele Jahre alle vierzehn Tage mit dem Zug nach Villach. "Ich fuhr immer schon viel früher, dann konnte ich tagsüber in verschiedenen Villacher Kirchen üben."
Lebenstraum erfüllt
Von Johann Sebastian Bachs Orgelstücken war sie besonders begeistert, diese erforderten ausgesprochen viel Übung. Ihren Unterricht in Villach schloss sie mit der Orgelprüfung ab. In dieser Zeit erfüllte sie sich auch ihren Lebenstraum. In ihrem Haus im Mauthen erbaute Orgelbauer Ferdinand Salomon eine Hausorgel. "Die Orgelmusik ist Medizin für meine Seele", sagt Dabernig, die jeden Tag mit einem Stück auf ihrem Lieblingsinstrument beschließt, auch wenn es schon spät nach Mitternacht ist.













