Kärntner Sportler zeigten 2011 auf
Die Erfolge von Thomas Morgenstern überstrahlten das Kärntner Sportjahr 2011. Aber es gab auch einen Eishockeyspieler, der international Aufsehen erregte: Michael Grabner. Niko Resch segelt Richtung Olympia.

Foto © APAMichael Grabner
Früher war alles anders, besser, sagen unverbesserliche Nostalgiker. Doch für große Erfolge ist es nicht nötig, weit zurückzublicken, sie passierten im sich schnell neigenden Jahr 2011, sogar für den diesbezüglich kaum verwöhnten österreichischen Süden. Denn der Mann hielt, was sein Name immer schon versprochen hat und gönnte den Kärntnern viele Morgenstern-Stunden. Die nicht endenwollenden Höhenflüge des Thomas ließen die Menschen ungläubig staunen. Sie gipfelten in Tourneesieg, Weltcuptriumph, WM-Titeln und der Kür zu Österreichs Sportler des Jahres. Sein Kärntner Landsmann Martin Koch ließ sich ebenfalls nicht lumpen mit seinen ersten beiden Weltcupsiegen und zwei WM-Goldenen mit der rot-weiß-roten Schispringer-Mannschaft.
Segler und Puckjäger
Doch nicht nur in den Lüften über dem Schnee, auch zu Wasser machte ein Kärntner viel Wind um seine sportlichen Angelegenheiten. Niko Resch segelte mit Partner Nico Delle Karth im Gesamtweltcup der 49er-Klasse auf Platz eins und holte darüber hinaus Europameisterschafts-Bronze.
Auch die große Eishockeywelt blieb von Kärnten nicht unberührt. Michael Grabner schaffte den internationalen Durchbruch und versorgte als Topmann der New York Islanders die hiesigen Anhänger des Spiels mit dem Puck regelmäßig mit News aus erster Hand, weil aus der besten Liga des Planeten, der National Hockey League. Für die starke Saison wurde der Villacher im Mai mit einem 15-Millionen-Dollar-Vertrag für fünf Jahre ausgestattet, das machte den damals 23-Jährigen zum bestbezahlten Kärntner Sportler aller Zeiten.
Innerhalb der eigenen Banden hielten die heimischen Klubs die Tradition hoch, auch wenn es nicht für einen Meisterschaftsgewinn reichte. Der KAC entschied in der Titeljagd das Semifinal-Derby-Duell gegen den VSV 4:1 für sich, musste sich aber in der Finalserie den Salzburger Red Bulls hauchdünn mit 3:4 beugen. Für die Ironie des Spiels sorgte Thomas Koch, der im entscheidenden siebenten Finalspiel mit dem 3:2 in der Verlängerung zum Red-Bull-Matchwinner avancierte und dann zu seinem Ur-Verein KAC zurückkehrte.
Fußball-Teamspieler
Weil die höchste österreichische Liga ohne Kärntner Klub auskommen muss, sind die Fußballer heimischer Provenienz über das gesamte Bundesgebiet verstreut. Dort aber fallen sie durchaus auf. Ein Zlatko Junuzovic gehört bei der Wiener Austria ebenso dazu wie dessen Klubkollege Alexander Grünwald, ein Manuel Weber bei Sturm Graz oder Guido Burgstaller bei Rapid. Junuzovic und Weber kamen in diesem Jahr auch zu Nationalteam-Ehren.
Klagenfurt blieb Schauplatz des Kärntner Fußball-Trauerspiels. Ein umbenannter Verein spielte in einer fast unbemannten Arena. Austria Klagenfurt (vormals St. Stefan) schlitterte in den Konkurs und wurde von einem (in U-Haft) eingesessenen und inzwischen (ins Vereinsregister) eingetragenen Präsidenten (Peter Svetits) übernommen, der viel Geld versprochen hat und über dem das Damoklesschwert eines schwebenden Verfahrens hängt. Und das Stadion wurde immer noch nicht fertiggestellt, immerhin kam aber vom Bund die Finanzierungszusage.














