"Mir ist wichtig, dass das Geld in der Region bleibt"
Harry Nessl, eine der bekanntesten Oberkärntner Unternehmerpersönlichkeiten, zieht anlässlich 25 Jahre "Firma Fliesen Nessl" eine ganz persönliche Bilanz.
H err Nessl, Sie feiern heute Ihren Schritt in die Selbstständigkeit vor 25 Jahren mit einem großen Fest mit Freunden und Wegbegleitern. Ein Vierteljahrhundert als Unternehmer erfolgreich zu sein, ist schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Ziehen Sie für sich persönlich zufrieden Bilanz?
HARRY NESSL: Ja, auf jeden Fall. Wenn ich zurückblicke, würde ich nichts anders machen. Mein Fliesen- und Sanitärgroßhandel hat 50 sehr gute Mitarbeiter, wir erwirtschaften einen Jahresumsatz von sieben Millionen Euro. Seit 1986 hat mein Unternehmen neun Millionen Euro investiert, 2,2 Millionen flossen in den 30 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark. Mir war immer wichtig, dass heimische Handwerker und Unternehmerkollegen bei der Auftragsvergabe zum Zug kommen. Auch beim Bau unseres Firmenstandortes in Wien wurden ausschließlich Oberkärntner Firmen beschäftigt.
Wenn Sie an Ihre Anfänge zurückblicken, was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
NESSL: Wir hatten schon vom Start weg eine sehr gute Auftragslage. Ich arbeitete, so wie heute auch noch, nahezu rund um die Uhr. Daher blieb wenig Zeit das Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Das änderte sich allerdings, als ich 1991 in Spittal Faschingsprinz wurde. Von da an ging es mit dem Bekanntheitsgrad der Firma rasch bergauf.
Inzwischen ist Ihr Name als Sponsor mit dem Sport in Kärnten untrennbar verbunden. Wissen Sie noch, wie viele Vereine Sie in den 25 Jahren unterstützt haben?
NESSL: Die Zahl der Vereine weiß ich nicht genau, aber die Summe. In 25 Jahren habe ich 1,8 Millionen Euro an Sponsorgeld ausbezahlt. Dem Fußball gilt meine große Leidenschaft, wobei mir aber ganz besonders die kleinen Vereine am Herzen liegen. Egal ob im Drau-, Möll-, Liesertal oder Hermagor. Den SV Spittal begleite ich schon sehr lange, ich war damals Hauptsponsor, als Spittal als einziger Kärntner Klub in der ersten Liga spielte.
Sie unterstützen aber nicht nur Fußballer?
NESSL: Nein. Eishockey, Drachenflieger, Stockschützen, Bürgergarde, Damenfußball, Faschingsgilden, Schwimmverein, Stadtkapelle und auch noch einige andere. Mir ist immer wichtig, dass das Geld in der Region bleibt und den Menschen vor Ort zugute kommt.
Sie haben sich mit Ihrem Unternehmen auf Großprojekte spezialisiert. Sind Sie hauptsächlich in Österreich tätig?
NESSL: Ja, überwiegend. Aufgrund meiner guten Kontakt zu Wiener Architekten zählen die Lebensmittelmärkte Billa und Hofer zu meinen besten Kunden. Besonders stolz bin ich, dass es mir kürzlich gelungen ist, die Fliesenlieferung für Billa Osteuropa zu erhalten. Das ist einer der größten Aufträge, die je in Österreich vergeben wurden. Am Erfolg meines Unternehmens sind meine Mitarbeiter wesentlich beteiligt. Besonders in Wien schätzt man die Verlässlichkeit und Arbeitsqualität der Kärntner Arbeiter. INTERVIEW: ANDREA STEINER
Features
FAKTEN
So fing es an. 1986 machte sich Harry Nessl, der den Beruf eines Bürokaufmanns erlernte, im Alter von 30 Jahren selbstständig. Der erste Firmenstandort war in der Oberdorferstraße im Westen von Spittal. Gestartet wurde mit sieben Mitarbeitern, am Ende des ersten Betriebsjahres waren es bereits 20 Mitarbeiter.
25 Jahre später. Heute hat das Vorzeigeunternehmen 50 Mitarbeiter an zwei Firmenstandorten (Kärnten und Wien). Der Jahresumsatz wird mit sieben Millionen Euro beziffert. 300.000 qm Fliesen werden pro Jahr verkauft und/oder verlegt. Im Jahr 1994 wurde der jetzige Standort im Osten der Stadt mit der damals größten Bäderausstellung Österreichs eröffnet.












