Plöckenstraße bald "unter Strom"?
Zwei Projektwerber rittern um grenzüberschreitende Stromleitung zwischen Italien und Kärnten. Erdkabelvariante hat derzeit die Nase vorn.
Einen neuen Befürworter hat die geplante 132-kV-Erdkabelleitung über den Plöckenpass. Wenn es nach Landeshauptmann Gerhard Dörfler geht, könnte die Stromleitung ohne technische Schwierigkeiten in die Plöckenpassstraße (B 110) verlegt werden.
Gespräche mit der Alpen-Adria-Energy-Line-Spa (AAE) mit Sitz in Verona, deren Gesellschafter auf Kärntner Seite der Kötschacher Naturstromproduzent Wilfried Klauss ist, gab es laut Dörfler bereits. "Im Zuge der Leitungsverlegung könnte das Land die Straße sanieren. Die Projektwerber um die 220-kV-Freileitung durch den Kronhofgraben könnten sich diesem Projekt anschließen, dann hätte sich diese sehr umstrittene Leitungsdiskussion erledigt. Ich werde versuchen, den Kontakt zwischen beiden Projektwerbern herzustellen", sagte Dörfler.
UVP-Ergebnis im Herbst
Klauss hat mit den drei italienischen Gesellschaftern Stillschweigen vereinbart: "Ich kann nur so viel sagen, dass die Planungsarbeiten und Bewilligungsverfahren gut verlaufen und dass ich froh bin, dass meine Idee einer grenzüberschreitenden, umweltschonenden Leitung überzeugt hat." Über eine mögliche Zusammenarbeit mit der anderen AAE (Alpe-Adria-Energia- Spa), welche die Kronhofgraben-Variante eingereicht hat, entscheiden laut Klauss die Gesellschafter. Das Freileitungsprojekt muss sich derzeit einer UVP unterziehen, das Ergebnis wird laut Unternehmenssprecher Michael Slamanig im Herbst erwartet. Zu einer möglichen Kooperation gab die in Udine ansässige Gesellschaft keine Stellungnahme ab.
Gegen die 220-kV-Leitung wurde auf Kärntner als auch auf italienischer Seite mehrfach demonstriert. Dörfler betonte, dass er der Natur-zerstörenden Freileitung nicht zustimmen werde.
Features
FAKTEN
132-kV-Erdleitung. Das grenzüberschreitende Stromprojekt der Alpen-Adria-Energy-Line- Spa aus Verona sieht eine 21 Kilometer lange 132-kV-Erdkabel-Hochspannungsleitung von Paluzza über den Plöckenpass nach Kötschach-Mauthen vor. Laut Land Kärnten könnte ein Teil der Leitung in die Plöckenpassstraße verlegt werden. Die Gesellschafter - auf Kärntner Seite der Kötschacher Naturstromerzeuger Wilfried Klauss - geben sich noch bedeckt.
220-kV-Freileitung. Die Alpe- Adria-Energia-Spa mit Sitz in Udine plant die Errichtung einer 42 Kilometer langen 220-kV-Freileitung von Somplago über die Promoser Alm durch den Kronhofgraben nach Kötschach. Das Projekt durchläuft derzeit die UVP.
Protest. Bisher war der öffentliche Widerstand gegen die Freileitung im Vergleich zur Erdleitung wesentlich heftiger.












