B 100-Ausbau verzögert sich weiter
Umfahrung Greifenburg muss teils neu geplant werden. Rechnungshof kritisiert hohe Kosten der Un-terflurtrasse. Grundeinlösen beginnen.

Foto © StöfninIm September 2003 wurde die Umfahrung Greifenburg vorgestellt - jetzt hat der Landesrechnungshof diese wegen zu hoher Kosten verworfen
Nichts wird es mit dem baldigen Baubeginn der Umfahrung Greifenburg. Denn der Landesrechnungshof hat nun ein "Machtwort" gesprochen: "Das 6,9 Kilometer lange Teilstück der Drautal Bundesstraße B 100 von Radlach-West bis St. Athanas (Berg) haben die Prüfer zweigeteilt. Der Trassenteil von St. Athanas bis zum Gnoppnitzbach hat den Prüfern gepasst, hier beginnen wir nun mit den Grundeinlöseverhandlungen. Vom Gnoppnitzbach bis Radlach-West - das ist die Unterflurtrasse - wurden die Kosten als viel zu hoch beanstandet. Und die Prüfer haben uns aufgefordert, Alternativen zu suchen", erklärte Landeshauptmann und Straßenbaureferent Gerhard Dörfler gestern per Aussendung.
Einsparungspotenzial
Dörfler erwartet sich nunmehr ein Einsparungspotenzial in zweistelliger Millionenhöhe: "Ich werde trachten, dass dieses Geld im Oberen Drautal und damit der B-100-Ausbau in Berg und Dellach gesichert bleiben." Allerdings ist das Projekt "derzeit auf Eis gelegt". Trotzdem hofft Dörfler auf eine Bauverzögerung von nur einigen wenigen Monaten. Denn während der westliche Teil gebaut wird (hier wurden zum Teil schon Bäume gefällt), sollen alle Planungen und neuerlichen Prüfungen des östlichen Teiles über die Bühne gehen.
Enttäuscht
Erst am Tag vor der Veröffentlichung wurde Greifenburgs Bürgermeister Franz Mandl von der "Zwangspause" informiert: "Ich bin sehr enttäuscht. Die Marktgemeinde hat über acht Jahre ihre Entwicklungsstrategie nach der jetzt verworfenen Trasse ausgerichtet. Für die Prüfer zählt keine Ortsentwicklung, wohl auch kein Naturschutz - denn jede andere Trasse benötigt mehr Flächen und eine bahnparallelle Trasse führt durch ein Schwarzmoor."
Features
B 100 Greifenburg
Länge. Der gesamte B-100-Abschnitt von Radlach-West bis Berg ist 6,9 Kilometer lang.
Unterflur. In Greifenburg sind zwei Unterflurtrassen-Stücke (UT) vorgesehen gewesen - 490 und 760 Meter lang. Zwischen diesen beiden UT-Teilen war die Einbindung der Weißenseestraße geplant.
Rechnungshof. Der Rechnungshof des Landes Kärnten hat nun erkannt, dass die Kosten im Bereich der UT viel zu hoch sind und hat das Projekt zweigeteilt. Für den östlichen Teil mit den künstlichen Tunnels müssen Alternativen gesucht, gefunden und durchgeplant werden.
Verkehr. In diesem Bereich fahren täglich (im Schnitt) 6900 Fahrzeuge, elf Prozent davon sind Lkw. Für 2020 sind 8900 Fahrzeuge prognostiziert 14 Prozent würden Lkw sein.











