Baustopp für 48-Meter-Masten!
Eine neue gegründete Bürgerinitiative macht in Untervellach gegen einen Handymasten mobil. Der soll ohne Information der Ortsbevölkerung in der Tourismusgemeinde Hermagor entstehen. Mehr als 100 Betroffene wollen dieses Projekt nun in letzter Minute verhindern.

Foto © EinhauerErster Erfolg für die Bürgerinitiative um Architekt Herwig Ronacher (Zweiter von links): Baustopp wurde erwirkt
Mehr als dreihundert aufgebrachte Gailtaler versammelten sich gestern, Dienstag, um sich gegen die geplante Errichtung eines RiesenHandymastens zu formieren. "Mit 48 Metern Höhe wäre der Masten mehr als doppelt so hoch wie das Hermagorer Hochhaus", veranschaulichte Anrainer Architekt Herwig Ronacher die Lage. Er sitzt auch im Gestaltungsbeirat der Stadt und war über das Bauvorhaben genauso wenig informiert wie andere städtischen Politiker.
Schon als in der Vorwoche das Fundament betoniert worden war, hatten sich die Gemüter erhitzt. "Niemand hat davon gewusst!" war die empörende Botschaft der Bürger. Dabei hat sich bei so sensiblen Themen wie Handymasten schon in der Vergangenheit öfter Widerstand gebildet.
Der Standort des umkämpften Objektes liegt nordwestlich von Untervellach, am Radweg, zwischen Kuhweiden und Wohnhäusern. Der neue Bürgermeister Siegfried Ronacher berichtete, dass "vorerst nicht weitergebaut wird, bis die Verhandlungen abgeschlossen sind". Vor allem die enorme Höhe von 48 Metern will man zu vermindern versuchen.
Was auffiel: Zu den Protesten haben sich Vertreter aller politischen Parteien in der Stadtgemeinde Hermagor eingefunden. Ob die Bürgerinitiative und die 1200 Unterschriften, die über das Pfingstwochenende gesammelt wurden, etwas ausrichten können, wird sich erst zeigen. Denn der Baubescheid ist rechtskräftig, unterschrieben vom einstigen Hermagorer Bürgermeister Vinzenz Rauscher.
In ersten Verhandlung mit der Betreiberfirma, Telekom Austria, zeigte man sich vorerst offenbar gesprächsbereit, nun werden erst einmal Alternativstandorte gesucht.
Features
Info & Protest
Wann: Dienstag, 14. Juni, 18 Uhr.
Wo: Untervellach, direkt am Radweg, 100 Meter südöstlich des Wohnhauses Rinner/Mörtl.












