Um Wärmelieferung wird gestritten
Das neue Bildungszentrum im Lesachtal soll mit Fernwärme beheizt werden. Der ortsansässige Anbieter geht leer aus, er rief den UVS an.
In St. Lorenzen im Lesachtal wird die Hauptschule zum Bildungszentrum des Tales umgebaut. Errichter ist die "Karnische Infrastruktur- und Organisationsgesellschaft" (Kiog). Das Schulzentrum benötigt natürlich auch Wärme, deshalb hat die Kiog im Februar eine Wärmelieferung ausgeschrieben. Von drei Anbietern blieben zwei übrig: Doch der ortsansässige Wärmeerzeuger "Nahwärme St. Lorenzen" mit Anton Obernosterer - nach eigenen Angaben "Billigstbieter" - kam nicht zum Zug.
"Ich verstehe das nicht: Wir produzieren Wärme seit Jahren nur knapp 300 Meter Luftlinie von der Schule entfernt, die Technik ist immer am modernsten Stand. Jetzt wird ein Anbieter aus dem Nachbarort Liesing geholt. Dieser muss in St. Lorenzen ein neues Werk neben der Schule errichten, während wir nur die Versorgungsrohre verlegen hätten müssen", wundert sich Obernosterer (58).
Er hat seine Wärmeproduktion so konzipiert, dass er jederzeit und schrittweise seinen Brenner dem Wärmebedarf entsprechend vergrößern kann. Obernosterer, vulgo Platthofer, erinnert sich: "Ich bin mit dem Schulgemeindeverband seit zwei Jahren im Gespräch. Denn die bisherige Hauptschule benötigt 141.000 kWh elektrische Energie. Erfreulicherweise wird das Schulzentrum künftig mit Fernwärme versorgt. Aber dass die Kiog jetzt ein zweites Heizwerk im Ort haben will, das verstehen die Leute nicht."
Keine Vergabe?
Die Absage erhielt Obernosterer am 5. Mai und wundert sich auch darüber, dass die Kiog mit der "Fremd"-Lösung auch auf Fördergelder verzichtet: "Ich habe die schriftliche Zusage von Landesrat Josef Martinz, dass bei meiner Wärmelieferung die Anschlusswerber eine finanzielle Hilfe erhalten, auch das Schulzentrum. Dies ist jedoch bei einem zweiten Heizwerk im Ort mit rund 100 Häusern aber nicht möglich."
Bezirkshauptmann Heinz Pansi, er ist Geschäftsführer der Kiog, sieht die Sache naturgemäß anders: "Einiges davon stimmt gar nicht - so gibt es etwa bis dato noch keinen Zuschlag. Obernosterer hat sich nämlich an den Unabhängigen Verwaltungssenat gewand. Daher reden wir jetzt über ein laufendes Verfahren, sodass ich dazu nichts sagen kann." Außerdem könne man - vor allem durch mögliche Zeitverzögerung des Verfahrens - ja selbst eine Heizlösung aufstellen.












