Hermagors Bürgermeister nimmt Abschied
Nach 31 Jahren in der Kommunalpolitik verabschiedet sich Hermagors Bürgermeister Vinzenz Rauscher (61) in den Ruhestand. Seine angegriffene Gesundheit gab Ausschlag für Rücktritt.

Foto © JustRauscher tritt nun auch als Bürgermeister zurück
Wer seinen Beruf als Berufung sieht, muss gesundheitlich voll auf der Höhe sein. Nur so lässt sich ein Politikerleben mit vollem Einsatz bewältigen." Vinzenz Rauscher weiß, wovon er spricht. Mit 28 Jahren Dienstzeit ist er Oberkärntens längstdienender Bürgermeister, kärntenweit gibt es nur einen, nämlich Wolfgang Schaller aus Brückl, der mit 36 Jahren länger im Amt ist. Seine Erfahrung und sein Fachwissen als Gemeindebediensteter brachte Rauscher nahezu ebenso lange beim Gemeindebund und beim Gemeindeverband Karnische Region ein. In den vergangenen Monaten zwang ihn eine Krebserkrankung, eine Operation und die anschließende Genesungszeit, leisezutreten.
Letzte Gemeinderatssitzung
In der Öffentlichkeit war er nicht mehr so präsent, er ließ sich zunehmend von Siegfried Ronacher, dem Ersten Vizebürgermeister (SPÖ), vertreten. "Es geht mir wieder besser. Allerdings ist es jetzt für mich Zeit, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen", sagt Rauscher, der sich am 31. Mai bei seiner letzten Gemeinderatssitzung aus allen Funktion zurückziehen wird.
Abschied nimmt er mit einem "lachenden und einem zufriedenen Auge. Weinendes ist keines dabei. Ich kann auf eine Zeit zurückblicken, in der ich viel bewegt habe. Hermagor ist eine moderne, wirtschaftlich florierende Bezirksstadt geworden, ohne dass die ländliche Identität verloren gegangen ist", zieht der SPÖ-Politiker zufrieden Bilanz.
Liebevoller Opa
Auf den neuen Lebensabschnitt freuen sich vor allem Gattin Maria, die zwei erwachsenen Töchter und die drei Enkelkinder, die mit ihrem Opa viel unternehmen werden. Vinzenz Rauscher, den es immer wieder auf seine Almhütte auf die Egger Alm zieht, hat jetzt mehr Zeit, um seinen Hobbys - der Jagd und dem Holzarbeiten - nachzugehen. Und auch das Motorradfahren hat es ihm in jüngster Zeit sehr angetan. Seinem Nachfolger wünscht er, dass in Hermagor auch weiterhin "ein so kollegiales Verhältnis über alle Parteigrenzen hinweg, wie bisher, herrschen wird".
Vizebürgermeister übernimmt die Führung
Für die SPÖ ist es schon ziemlich fix: Vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien wird Siegfried Ronacher, Erster Vizebürgermeister, für die SPÖ zur Bürgermeisterwahl antreten.
Gewählt wird der neue Gemeindechef für Hermagor von der Bevölkerung, als Kandidat antreten kann jeder Mandatar, der bereits 2009 auf der Kandidatenliste bei den Gemeinderatswahlen aufgeschienen ist. Bis zur Wahl des neuen Bürgermeisters übernimmt Ronacher als Erster Vizebürgermeister die Amtsgeschäfte. Ronacher (45) ist im Zivilberuf ÖBB-Bediensteter und Betriebsratsvorsitzender der ÖBB-Traktion Villach. Als Referent in der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See ist er für die Bereiche "Familien, Soziales, Kultur, Gesundheit und Senioren" zuständig. Ronacher ist Stadtparteiobmann der SPÖ, er ist im Gailtal aufgewachsen und im Vereinswesen gut vernetzt.
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Fakten
Rückblick. 1979 ist Vinzenz Rauscher für die SPÖ als Stadtrat für Kultur, Sport, Kindergarten, Familie in die Kommunalpolitik eingestiegen. Vier Jahre später, am 10. Jänner 1983, wurde er mit 33 Jahren zum Bürgermeister gewählt. In den darauf folgenden fünf Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen wurde er mit jeweils großer Mehrheit wiedergewählt.
Funktionen. 26 Jahre lang übte Rauscher die Funktion des Obmannes des Gemeindeverbandes Karnische Region aus. Ebenso lange war er Mitglied des Landesvorstandes und Vizepräsident des Kärntner Gemeindebundes. 2008 wurde er von Landeshauptmann Jörg Haider mit dem Großen Zeichen des Landes Kärnten ausgezeichnet.












