Architektur gibt einer Landschaft Identität
Die Baukultur rund um den Millstätter See im Spannungsfeld von Politik, Architektur, Bauherrn und Behörde wurde gestern in Millstatt offen diskutiert.
Ganz wesentlich ist, dass erst aus der Gesamtheit eine Baukultur entsteht." Mit diesen Worten brachte Architekt Herwig Ronacher (Hermagor) die Thematik, um welche sich das 1. Baukulturfrühstück gestern Vormittag in der Pyramide am Millstätter See drehte, auf den Punkt. Baukulturgespräche gibt es am Wörthersee und hier wurde Andreas Wilhelmer von der Unternehmerplattform "Industrie/Gewerbe Oberkärnten" auf die Thematik aufmerksam.
Er holte den Architekten Gerhard Kopeinig (Velden) nach Oberkärnten, dieser wiederum lotste den Salzburger Kollegen Simon Speigner nach Millstatt. Architekt Speigner hat in Salzburg die "Bürgermeisterfrühstücke" ins Leben gerufen. "Politiker sind sehr beratungsresistent. Sie sind in der Gemeinde oberste Bauinstanz und haben großen Einfluss auf das Erscheinungsbild ihrer Kommune. Baukultur bedingt immer Gesprächskultur und so haben wir in einem zähen Prozess unermüdlich den Dialog zwischen Politik, Bauherrn, Architekt und Behörde gesucht und gefunden."
Fachbeirat für Gemeinden
Millstatts Bürgermeister Josef Pleikner bilanzierte aus seiner Erfahrung, dass der Politiker in seiner Funktion das Ziel vieler Wünsche und Interessen sei: "Unterem Strich muss der Bürgermeister die Entscheidung treffen und auch die Verantwortung übernehmen." Sein Kollege aus Seeboden, Wolfgang Klinar, wünschte sich, dass in Oberkärnten solche Baukulturfrühstücke zur Tradition werden. Millstatts Baureferent Johann Schuster gab offen zu, dass Baureferenten oft überfordert sind. "Ich wünsche mir für historische Bereiche einen fachlichen Gestaltungsbeirat, der nicht nur empfiehlt, sondern auch Kompetenzen hat. Und auch die zunehmende Zahl an Zweitwohnsitzen stört das soziale Gefüge einer Gemeinde wie Millstatt ganz erheblich."
Architekt Egbert Laggner (Sachsenburg) wies darauf hin, dass rund um den Millstätter See die Stararchitektur forciert werde: "Die breite Masse soll mit Architektur in Berührung kommen. Das bedingt eine nachhaltige Entwicklung." Aus der Sicht des Bauträgers wünscht sich Hermann Regger - um Nutzungskonflikte zu vermeiden - eine klare Definition in Form eines Masterplans, wo in einer Gemeinde Wohnbau, wo Gewerbe und wo Tourismus angesiedelt werden soll.
Features
FAKTEN
Veranstalter. Eingeladen hat zum 1. Baukulturfrühstück Millstätter See "Nachhaltig entwickeln und bauen" am Kap 46 13 in Millstatt der Verein Industrie/Gewerbe Oberkärnten (IGO) unter Obmann Werner Nirschl und Obmannstellvertreter Andreas Wilhelm. Moderiert wurde das Treffen von Architekt Gerhard Kopeinig.











