"Zweisprachigkeit ist Bereicherung"
Die Ortschaften Dellach und Potschach in der Stadt Hermagor erhalten zweisprachige Ortstafeln.
Die historische Einigung auf 164 zweisprachige Ortstafeln in Kärnten gelang Dienstagabend. Im Bezirk Hermagor sind es Dellach und Potschach, zwei der 64 Ortschaften der Stadtgemeinde Hermagor, die erstmals zweisprachige Ortstafeln haben werden. Laut Bürgermeister Vinzenz Rauscher (SPÖ) stößt sich die überwiegende Mehrheit der Hermagorer nicht an "Dellach/Dole" und "Potschach/Potoe".
"In beiden Ortschaften wird in einigen Familien "windisch" und teilweise slowenisch gesprochen. Gepflegt wird die Zweisprachigkeit in den dort ansässigen Chören und fallweise auch bei Gottesdiensten", schildert Rauscher. Die Mehrsprachigkeit wird laut Rauscher in der Bevölkerung als Bereicherung erlebt.
Stadtrat Leopold Astner (ÖVP) glaubt, dass die zweisprachigen Ortstafeln im 101 Einwohner starken Dellach und in Potschach mit seinen 47 Einwohnern keine großen Auswirkungen haben werden, weil das Thema in den vergangenen Jahren nie Zündstoff geliefert hat. Vizebürgermeister Helmut Haas (FPK): "Die Leute in den beiden Ortschaften werden in derselben Harmonie miteinander leben wie bisher. Man muss sogar stolz sein auf diese Kultur. Es wird vielleicht etwas dauern, bis man sich an die Optik der neuen Ortstafeln gewöhnt hat. Mich wundert, dass Dellach eine zweisprachige Ortstafel bekommt. Der Anteil der Slowenen liegt dort unter 17,5 Prozent."
Verfassungsgerichtshof
Der Entscheidung liegt laut Rauscher eine "Selbstanzeige beim Verfassungsgerichtshof" zugrunde. Daher zählt Dellach zu den zweisprachigen Ortschaften. Viktor Mitsche von den Grünen geht davon aus, dass die Hermagorer diese Entscheidung auch akzeptieren werden.












