Bunker als Zeugen des Kalten Krieges
Bunkermuseum auf dem Wurzenpass geht unsicherer Zukunft entgegen. Wie berichtet fordert das Verteidigungsministerium den Rücktransport der Ausstellungsstücke.
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Dichter Nebel liegt über dem Wurzenpass, Sprühregen verbreitet düstere Stimmung. Im letzten Drittel der Straße auf den Pass, der die Grenze zu Slowenien markiert, stehen Hinweisschilder: zum Bunkermuseum. Hier hat, wie berichtet, der 44-jährige Villacher Oberst Andreas Scherer auf einer Fläche von 11.000 Quadratmeter ein zeitgeschichtliches Kleinod geschaffen, wie es in Österreich ohne Beispiele dasteht. Scharf links biegt von der Bundesstraße ein kurviger und steiler Forstweg ab, der am Tor eines mächtigen, schwer gesicherten Gitterzauns endet.
Am 8. Mai soll sich das Video überwachte Areal wieder für Besucher öffnen. Ob die Panzertürme, Kanonen, die dutzende Kilometer langen, labyrinthartig angelegten Gänge und Stellungen je wieder besichtigt werden können, steht in den Sternen. "Wenn ich tatsächlich 276.000 Euro für den geforderten Rücktransport von 162 Tonnen funktionsunfähigem Waffenmaterial aufbringen muss, bin ich bankrott - bis zu meinem Lebensende", gibt Museumsgründer Oberst Andreas Schwerer (44) aus Villach offen zu.
Die Bunkeranlage war Arbeits- und Lebensraum für 250 Milizsoldaten der "Sperrkompanie Wurzen 73", deren letzter Kommandant Andreas Scherer war. Um die "noch nirgends geschriebene Geschichte der Raumverteidigung, Landesbefestigung und Sperrtruppe (1955-2005) der Nachwelt zu erhalten", hat Scherer mit tatkräftiger Unterstützung des Bundesheers das Museum eröffnet. Zuerst Pächter, ist Scherer seit 2009 auch Grundeigentümer. Die Ansichten, welche durch den Maschendrahtzaun freigegeben werden, zeugen von höchster Professionalität im Bezug auf Infrastruktur bis hin zu eigenen WC-Containern. "Zehntausende Stunden Arbeit, viel Geld, Idealismus und Herzblut habe ich in das Projekt gesteckt. Und jetzt soll auf einmal alles umsonst gewesen sein?", kann Scherer den scharfen Gegenwind aus "seinem" Ministerium nicht verstehen.
Wo Schweiß floss
Ein Rundgang um das Museumsareal macht deutlich: Hier floss unendlich viele Schweiß vieler Soldaten und ehrenamtlicher Helfer, die ihre Energie in eine eine Idee gesteckt haben, welche Verteidigungsminister Norbert Darabos als gelernten Historiker eigentlich eine Herzensangelegenheit sein müsste. Die Sperranlage Wurzen war die größte und weitläufigste an der Südgrenze Österreichs.
Sie lief während des Kalten Krieges unter höchster Geheimhaltung. Hunderte Soldaten, die sie gekannt haben, mussten ein lebenslanges Schweigegelübde leisten - streng überwacht vom Heeres-Nachrichtendienst. Noch bleiben rund sieben Wochen Zeit. um den schwelenden Konflikt um eine Jahrhundertidee zu kalmieren. Kommende Generationen würden dafür sicher sehr dankbar sein.
Features
Weg zum Bunkermuseum
Andreas Scherer, Oberst des gehobenen Verwaltungsdienstes im Verteidigungsministerium, gründete 2002 den Verein "Bunkermuseum Wurzenpass". Er pachtete die Flächen bis 2052 an. 2009 wurde ihm der Kauf von elf Hektar genehmigt. Das Bundesheer stand hinter dem Projekt. www.bunkermuseum.at












