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Zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 um 09:24 UhrKommentare

Bezirk Hermagor wird energieautark

Gestern erfolgte der Auftakt für ein Energie-Interreg-Projekt mit Italien. Ein Ziel ist die Bewusstseinsbildung für erneuerbare Energie.

Die politischen Vertreter der Gailtaler Gemeinden setzen auf Alternativenergien wie beispielsweise Solartechnik

Foto © KronhoferDie politischen Vertreter der Gailtaler Gemeinden setzen auf Alternativenergien wie beispielsweise Solartechnik

Im Bezirk Hermagor beträgt der tägliche Kaufkraftabfluss durch das Verbrennen von Öl 80.000 Euro. Kärntenweit werden täglich 2,5 Millionen Liter Öl verbrannt. Das ergibt einen Kaufkraftabfluss von zwei Millionen Euro täglich. Das müssen wir stoppen", sagte Christoph Aste. Der Diplomingenieur, der ein Büro für erneuerbare Energie betreibt und Lehrbeauftragter für erneuerbare Energie an der Fachhochschule Kärnten ist, hat das derzeit einzige Energie-InterregProjekt in Kärnten formuliert, das gestern in Hermagor präsentiert wurde.

"Hermagor ist die Wiege der Kleinwasserkraft und Windkraft. Beim Selbstversorgungsgrad von Strom und Wärme spielen wir in Österreich vorne mit", sagte Aste. Wichtigste Inhalte des grenzüberschreitenden Projektes mit Italien sind die Deckung des regionalen Energiebedarfs durch erneuerbare Energieträger und Energie zu sparen und sie effizienter zu nutzen. Auch der Know-how-Transfer spielt im Projekt eine Rolle. Kärnten verfügt über 200 Biomasseanlagen, Friaul hat vier. "Umgekehrt können wir von der Sonnenenergienutzung der Nachbarn lernen", sagte Walter Hartlieb, Bürgermeister von Kötschach-Mauthen. Das Energieprojekt, das bis 2013 läuft, ist unabhängig von der umstrittenen 220-kV-Leitung durch den Kronhofgraben auf Kärntner Seite nach Somplago in Italien - die Kleine Zeitung berichtete mehrfach. "Die Entscheidung für diese Leitung liegt beim Land", sagte Hartlieb.

Energielandkarten

Träger des Interreg-IV-Projektes "AlterVis - Hermagor" ist der Gemeindeverband Karnische Region mit den sieben Gemeinden des Bezirkes. In Italien sind vier Berggemeinschaften in Friaul und die Universität Udine beteiligt. Von den Gesamtkosten von einer Million Euro stehen 700.000 Euro für Italien zur Verfügung. Von den 300.000 Euro auf Kärntner Seite kommen 180.000 Euro von der EU und 90.000 Euro vom Land. "30.000 übernehmen die Gemeinden. Nach dem Beispiel von Kötschach-Mauthen, das federführend auf dem Sektor erneuerbarer Energie ist, soll der Bezirk energieautark werden", sagte Hermagors Bürgermeister Vinzenz Rauscher als Vorsitzender des Gemeindeverbandes. Regionaler Projektleier ist Regionalmanager Friedrich Veider. In ersten Schritten werden vorhandene Potenziale erneuerbarer Energie in grenzüberschreitenden Energielandkarten erfasst. Auch die Bewusstseinsbildung für erneuerbare Energie soll vom Kind bis auf Firmenebene forciert werden.

MARGRET KRONHOFER

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