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Zuletzt aktualisiert: 07.01.2011 um 08:37 UhrKommentare

Das Gailtal soll Weltnaturerbe werden

Hans Peter Schönlaub, Berater des "Geoparks Karnische Region", will die Unesco-Kommission überzeugen, dass die Karnischen Alpen das erste Weltnaturerbe in Österreich werden sollen.

Hans Peter Schönlaub blickt von der Mauthner Alm ins Gailtal. Rechts sind die Karnischen Alpen, links die Gailtaler Alpen

Foto © KK/GeoparkHans Peter Schönlaub blickt von der Mauthner Alm ins Gailtal. Rechts sind die Karnischen Alpen, links die Gailtaler Alpen

Während Hans Peter Schönlaub, wissenschaftlicher Berater des "Geoparks Karnische Alpen", auf die Verleihung des Unesco-Siegels für den Gailtaler Geopark hofft (die Bewerbung um Aufnahme in das globale Netzwerk wurde bereits abgeschickt), hegt der Wissenschaftler bereits weitere Pläne. "Meine Vision ist die Aufnahme der Karnischen Alpen als Weltnaturerbe in die Unesco-Welterbeliste. In Österreich wäre dies das erste Weltnaturerbe-Gebiet. In Italien wurden 2009 die Dolomiten in dieses Programm aufgenommen", sagt der 68-Jährige.

Schutz der Landschaft

Vorgespräche hat der pensionierte Direktor der Geologischen Bundesanstalt in Wien bereits mit Grundeigentümern, Gemeinden, Alpenverein, Landesplanung und der Umweltschutzabteilung in der Landesregierung geführt. Um Weltnaturerbe-Gebiete vor Ausbeutung und Zerstörung zu schützen, müssen sie unter Landschaftsschutz gestellt werden. "Bei Jagd, Weiderecht, Fischerei und Betreten gibt es dabei keinerlei Einschränkung", sagt der Experte, der überzeugt ist, dass die Karnischen Alpen den offiziellen Kriterienkatalog als Unesco-Welterbe erfüllen.

"Die Dokumentation von 500 Millionen Jahren Erdgeschichte ist in den Gesteinen und Versteinerungen einzigartig wie in einem Bilderbuch dokumentiert. Zudem verfügt das Gebiet über naturwissenschaftliche Besonderheiten, außergewöhnliche Schönheit und besondere Schutzwürdigkeit", sagt Schönlaub, der über die Vorstellungen und den Hintergrund des Welterbe-Gebietes ein Konzeptpapier in Ausarbeitung hat. "Für die Aufnahme muss zuerst durch den Bund eine Absichtserklärung an die Unesco übermittelt werden. Nach einem Jahr kann dann der offizielle Antrag eingebracht werden. Dann prüft eine Gutachtergruppe vor Ort, ob das Gebiet die Kriterien erfüllt", sagt Schönlaub und hofft, dass die Absichtserklärung in der ersten Hälfte 2011 abgeschickt werden kann.

Auch Hohe Tauern

Auch die Hohen Tauern strebten 2001 die Aufnahme in die Welterbe-Liste an. "Der Nationalpark Hohe Tauern hat sich 2001 mit der Großglocker Hochalpenstraße als Weltkulturerbe-Gebiet beworben. Nachdem es schon viele solcher Gebiete weltweit gibt, erfolgte der Tipp, die Aufnahme als Weltnaturerbe-Gebiet zu beantragen", sagt Peter Rupitsch. Laut dem Direktor des Nationalparks Hohe Tauern (NPHT) Kärnten, wurde dieses Ansuchen 2003 gestellt. In der Bewerbung wurden die Hohen Tauern als Kernstück des einzigartigen Tauernfensters in den Zentralalpen dargestellt. Dies ist ein in den Ostalpen liegender etwa 30 Kilometer breiter und 160 Kilometer langer Gebirgsstreifen, der sich vom Brennerpass im Westen bis zum Katschberg erstreckt und sich im Tertiär vor etwa 15 bis fünf Millionen Jahren herausgehoben und geöffnet hat.

"Die Unesco beabsichtigte aber dann, die gesamten Alpen zum Weltnaturerbe zu erklären, was bis heute nicht geschehen ist. Obwohl an der Erarbeitung des Nominierungsberichtes viele externe Fachleute mitgearbeitet haben und unsere Eingabe auch vor Ort begutachtet wurde, haben wir die Bewerbung deshalb zurückgezogen", sagt Rupitsch.

MARGRET KRONHOFER

"Kultureles Erbe"

Geschichte. Der Begriff des "kulturellen Erbes" geht auf Bischof Henri Baptiste Gregoire im 18. Jahrhundert zurück und wurde 1954 in der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten kodifiziert. Die Unesco verabschiedete das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes am 16. November 1972 in Paris. Die Welterbe-Liste führt Güter auf, denen das Welterbe-Komitee außergewöhnlichen universellen Wert bescheinigt.

Prozedere. Die Aufnahme in das Welterbe erfolgt auf Antrag der Staaten, in denen das kandidierende Gebiet liegt. Die Entscheidung trifft das "World Heritage Commitee", das sich jährlich trifft.

Anzahl. Mit 10. August 2010 zählen in 151 Staaten weltweit 704 Kulturdenkmäler und 180 Naturdenkmäler zum Unesco-Welterbe. Mit dem historischen Zentrum der Stadt Salzburg, Schloss und Park Schönbrunn, Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein Salzkammergut, Semmeringbahn, historisches Zentrum von Graz und Schloss Eggenberg, Kulturlandschaft Wachau, historisches Zentrum von Wien, Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See hat Österreich acht Weltkulturerbe-Gebiete. Weltnaturerbe-Gebiet gibt es bis dato noch keines in Österreich.

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