Keine Betten für Veranstalter
Ein schwedischer Reiseveranstalter, der Kontingente am Nassfeld wollte, musste wieder abziehen. "Im Umkreis von 40 Kilometern war es nicht möglich, Betten zu bekommen", beschwert sich Kärnten Werber Christian Kresse, der sich für den Reiseveranstalter um Kontingente bemüht hat.

Foto © PEUTZAm Nassfeld sind nur Individualtouristen gefragt. Für schwedischen Reiseveranstalter gab es keine Kontingente
Den Kärntner Tourismus plagen offensichtlich kaum Sorgen. Nur so ist es zu erklären, dass ein schwedischer Reiseveranstalter, der Winterkontingente am Nassfeld einkaufen wollte, wegen mangelnden Erfolges wieder nach Hause geschickt wurde. "Im Umkreis von 40 Kilometern war es nicht möglich, Betten zu bekommen", beschwert sich Kärnten Werber Christian Kresse, der sich für den schwedischen Reiseveranstalter um Kontingente bemüht hat.
Interesse aus Skandinavien
Seit es im Winter zwei Flugverbindungen mit Ryanair nach Schweden gibt, ist Kärnten als Wintersportland für die schneebegeisterten Nordländer interessant geworden. Sie sind jedoch ohne Reiseveranstalter nur schwer ins Land zu locken.
12 bis 30 Euro betragen die Provisionskosten für die Verkaufsarbeit, die ein Reiseveranstalter für ein Hotel übernimmt - den meisten Kärntner Beherbergen zu teuer. Dementsprechend gering ist der Anteil an Kärntner Hotels, die mit Profis arbeiten - nämlich sechs Prozent. In Tirol und Salzburg sind es 30 Prozent. "Wir zerbrechen uns die Köpfe, wie wir die Unternehmer motivieren können, mit Veranstaltern zusammenzuarbeiten", ist Kresse verzagt. Die Sommersaison 2011 sei bereits gelaufen. "Man muss sich jetzt für das Jahr 2012 entscheiden."
Auch auf Online-Buchungsportalen sind Kärntner Hotels spärlich vertreten. "Die Möglichkeit der raschen Wege müssen besser genützt werden", macht Kresse Druck, er will schon demnächst einen Vorschlag präsentieren. Mit dem Flughafen Klagenfurt sollen die von den Billigfliegern angepeilten Destinationen wie Großbritannien, Schweden und Deutschland besser beworben werden. Das Wichtigste sei jedoch eine größere Bereitschaft der Betriebe, in Qualität zu investieren, denn verglichen zu den Destinationen Salzburg, Tirol und Südtirol ist Kärntens Hotellerie schwer ins Hintertreffen geraten.
2,4 Millionen beträgt das Winterbudget der Kärnten Werbung. Radiospots, die Geschmack auf den Winter machen, laufen gerade. "Wir kooperieren mit Partnern und Regionen", strebt Kresse eine Vermehrung des Budgets an.
Kresse hofft auf interessante Winterangebote aus den Regionen, die nicht immer nur Schifahren beinhalten müssen. Laut einer Studie möchte nur ein Bruchteil der Winterurlauber Schi fahren, die meisten wollen sich aktiv erholen.
Eine Erfolgsgeschichte
Dabei wäre der Kärntner Winter eine Erfolgsgeschichte. Seit den 60er-Jahren geht es stetig aufwärts. Im Winter 1969/70 zählte die Statistik 900.000 Nächtigungen (13,5 Millionen im Sommer). Während die Bedeutung des Sommertourismus in Kärnten abnimmt (neun Millionen) schneit es Nächtigungen im Winterhalbjahr. 2008/09 waren es in der kalten Jahreszeit 3,6 Millionen Nächtigungen aus aller Herren Länder. Die Buchungen laufen schon erfreulich an. Was den Touristikern Sorgen bereitet, ist der urlaubsfeindliche Kalender: Weihnachten fällt auf ein Wochenende und Ostern auf Ende April, zu spät für den Pistenspaß.













