Schutzwasser-Projekt "zähmt" Gail
Bis 2016 fließen 10,6 Millionen Euro in die Gailregulierung in Kötschach-Mauthen. Ort ist damit für ein 100-jährliches Schadensereignis gerüstet.

Foto © KronhoferHannes Poglitsch, Wilfried Schimon, Walter Hartlieb, Beate Prettner, Christian Ragger und Siegmund Astner (von links) beim Spatenstich
Mit einem Spatenstich startete gestern ein Hochwasserschutzprojekt an der Gail im Ortsgebiet von Kötschach-Mauthen. Bürgermeister Walter Hartlieb, Wilfried Schimon, Chef der Sektion Wasser im Lebensministerium sowie die Landesräte Beate Prettner und Christian Ragger betonten die Wichtigkeit des Vorhabens als Schutz für die Ortsbewohner.
Berechnungen haben 1996 aufgezeigt, dass aufgrund des zu kleinen Abflussprofils der Gail, bei einem 100-jährlichen Hochwasser in Kötschach-Mauthen rund 140 Hektar Fläche und 568 Wohnobjekte betroffen wären. "Deshalb wird der Fluss von der ?Wetzmann Wehr' bis zur Einmündung des Valentinbaches auf rund 2,6 Kilometer durch Entfernung bestehender Sohlbauwerke eingetieft und das Flussprofil bis zu zehn Meter aufgeweitet. Die Dämme werden erhöht und Ufermauern errichtet", sagte Hannes Poglitsch vom Amt für Wasserwirtschaft in Hermagor.
Modellversuch
Bis 2016 werden in das Projekt 10,65 Millionen Euro investiert. Die Kosten trägt zu 83 Prozent der Bund, 17 Prozent übernehmen Gemeinden, Bundesstraße, ÖBB und Asfinag. Die Art der Sohlsicherung wurde ein Jahr lang durch einen hydraulischen Modellversuch am Wiener Institut für Wasserbau getestet. Dieser ergab die Möglichkeit der Sicherung durch Steine. "Dabei werden 35 Prozent der Schottersohle durch Steine belegt", sagte Poglitsch.
Features
Das Projekt in Zahlen
Bauherr. Die Gailregulierung wurde von der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen in Auftrag gegeben.
Bauzeit. 2010 bis 2016.
Gesamtkosten. 10,65 Millionen Euro. Davon tragen 83 Prozent Bund, 17 Prozent die Gail-Interessenten wie Gemeinden, Bundesstraße, ÖBB und Asfinag.
Technische Planer. Donauconsult, Zottl & Erber, Wien.
Landschaftsplanung. Revital ecoconsult, Klaus Michor, Nussdorf-Debant.
Massenbewegung. 340.000 Kubikmeter Aushubmaterial, 60.000 Kubikmeter an Schüttmaterial und 130.000 Tonnen an Wasserbausteinen werden bewegt.
Weitere Maßnahmen. Errichtung von Fischaufstiegshilfe, Baustraßen und Betreuungsstreifen, Wiederherstellung der hydrografischen Messstation.












