Jamaika bei der Alten Post
Ende August gibt es einen Rhythmus, bei dem man einfach mit muss: In Feistritz im Gailtal steigt das erste "3Land Reggae"-Open-Air.

Foto © KK/M. PFLEGERVerwöhnen mit einem Sound, der in die Glieder fährt: die Musiker der ?Sound.Safari“
Den Alltag für ein paar Stunden vergessen und sich in die nach Sonne und Lebenslust schmeckende Reggae-Musik fallen lassen. Dafür braucht man am letzten August-Wochenende keine weite Reise tun: In Feistritz/Gail stellen zwei alte Hasen ein Open Air mit dem ewig jungen Sound auf die Beine.
Wieso sie sich dafür starkmachen, ist schnell erklärt. "Die Jugend bei uns wird in die Subkultur gedrängt", findet der Villacher Glaskünstler Franz Heili und zählt einschlägige Erfahrungen auf: In den mit viel Geld errichteten Gemeindekulturhäusern ist die junge Musikszene meist unerwünscht. In Villach gebe es keine Lokalität, in der ein junger Musiker spielen kann. Für ein Rockkonzert in Hermagor bekäme man keine Bewilligung, weil der Bürgermeister sagt: Das brauchen wir hier nicht. Und der Rechtsanwalt Ludwig Druml, der seine "Alte Post" als Veranstaltungsort angeboten hat, zitiert Gert Jonke, der die Misere mit einem knappen "Klagenfurt ist ein Zustand" beschrieben hat. "Die Region braucht junge Menschen, also muss man ihnen auch etwas bieten," sagt Druml, der rundum die Dörfer "wegsterben" sieht.
Wohlan! Unter dem Titel "3Land Reggae" lädt die exzellente Band "Sound.Safari" zum Abenteuer mit African Percussion, Lucky Movement, Big Game-, Hotsteppa- und Boom Jah-Sound. Mit speziellen Interpretationen wollen die Musiker versuchen, das jamaikanische Lebensgefühl auf die Feistritzer Wiese zu zaubern. Nicht übel, rückt doch heuer das von Kärntnern gestürmte Rototom Sunsplash (ab 21. August) von Osoppo in die Ferne - nach Benicàssim (Spanien).
"3Land Reggae" wendet sich ganz gezielt auch an slowenisches und italienisches Publikum und ist als "friedliches Fest für ein menschliches Mit- und Füreinander" gedacht. Öffentliches Geld steckt keines drin, aber dass neben anderen Sponsoren auch die Gailtaler Holzindustrie für die Jugend in die Tasche greift, freut Heili und Druml besonders. Ihre Erwartungen? "Wenn wir beim ersten Mal 400 bis 450 Besucher haben, dann waren wir gut", meint Heili.












