Gedenkfeier für Altbundeskanzler Josef Klaus
Am Freitag veranstaltet die Gemeinde Kötschach-Mauthen einen Festakt zum 100. Geburtstag von Altbundeskanzler Josef Klaus. Kein offizieller Vertreter der Bundespartei wurde zur Gedenkfeier entsendet. Lanner: "Klaus war ein großer Europäer"

Foto © APAAltbundeskanzler Josef Klaus
Eine Gedenkfeier anlässlich des 100. Geburtstages von ÖVP-Altbundeskanzler Josef Klaus veranstaltet die Gemeinde Kötschach-Mauthen am Freitag, dem 13. August. Der ehemalige ÖVP-Politiker Nikolaus Lanner vom Europahaus Klagenfurt kritisierte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Kötschacher Bürgermeister Walter Hartlieb (S), dass die Bundes-ÖVP keinen offiziellen Vertreter zur Gedenkfeier entsendet.
"Ein großer Europäer"
"Klaus war ein großer Europäer, der die Weichen in Richtung Europäische Union gestellt hat", betonte Lanner, der sich seit Jahrzehnten in der Europapolitik engagiert. Klaus sei "ein Politiker gewesen, den es heute in dieser Form nicht mehr gibt." Er habe während seiner Amtszeit unter anderem den Bau der Felbertauern-Straße, der Tauernautobahn, die Errichtung der Bildungsuniversität in Klagenfurt und den Bau von Öl-Pipelines forciert. Nach der Gedenkmesse um 18.00 Uhr in der Kirche Mauthen beginnt um 19.30 Uhr im Festsaal der Gemeinde der Festakt. Der ehemalige ÖVP-Kanzleramtsminister und Klaus-Berater Heinrich Neisser wird die Festansprache halten. Anschließend wird die ORF-Dokumentation "Dr. Josef Klaus - der vergessene Reformer" gezeigt. Während der Feierlichkeiten wird im Rathaus der Gemeinde auch eine Gedenktafel enthüllt.
Feier auch in Salzburg
Nicht nur der Kärntner Geburtsort Kötschach-Mauthen gedenkt des VP-Altbundeskanzler Josef Klaus, auch die ÖVP richtet einen Festakt anlässlich dessen 100. Geburtstags aus. Angesetzt ist er am 17. August in der Großen Aula der Universität Salzburg, angesagt hat sich Prominenz von Bundesparteiobmann Josef Pröll abwärts, teilte die Salzburger ÖVP am Montag mit.
Features
Zur Person
Josef Klaus wurde am 15. August 1910 in Mauthen geboren und, wie Lanner erzählte, in seinem Heimatort "Bäcken-Pepi" genannt, weil er aus einer Bäckerfamilie stammte.
Der Jurist bekleidete in Salzburg von 1949 bis 1961 das Amt des Landeshauptmannes. Bis 1963 war er Finanzminister. In diesem Jahr wurde er mit großer Mehrheit zum Bundesparteiobmann der ÖVP gewählt.
1964 folgte er Alfons Gorbach als Bundeskanzler nach. 1970 zog er sich nach der Wahlniederlage gegen Bruno Kreisky aus der Politik zurück. Er starb am 25. Juli 2001 im 91. Lebensjahr in Wien.












