"Wir wollen keine Köln-Fans mehr"
Kölner Hooligans hinterließen in Hermagor zum Teil Schwerverletzte und viele Scherben. Polizei: "Streifendienste wurden verstärkt."
Wir waren mit den Fans des FC-Köln nicht überfordert, aber sicher gefordert. Szenekundige Beamte haben bereits im Vorfeld eine eventuelle Gefährdung erhoben. Es gab aber keine Anzeichen, auch nicht vom Fansprecher des Fußballklubs", sagt Josef Matitz, der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant von Hermagor, zu den Vorfällen mit Kölner Hooligans in der Stadtgemeinde Hermagor - wir berichteten. Laut Matitz war der FC Köln schon etliche Male in Hermagor auf Trainingslager. "Da hat es nie Ausschreitungen gegeben. Trotzdem waren unsere Streifendienste verstärkt und wir haben von fünf Hooligans vier festgenommen", sagt Matitz und kritisiert, dass die Polizei in zwei Fällen zu spät verständigt wurde.
Gewarnt
"Weil es auch vor zwei Jahren mit Kölner Hooligans Probleme gab, habe ich diesmal Wochen vorher heimische Touristiker darauf aufmerksam gemacht. Solche Leute brauchen wir nicht hier", sagt Alexander Wenin. In dessen Internetcafé "Salve", in Tröpolach wurden unbeteiligte Gäste von Hooligans zum Teil schwer verletzt.
"Wenn der FC-Köln noch einmal nach Hermagor kommt, kann Tourismusdirektor Genser bei uns den Türsteher machen", sagt nach den Vorfällen Ernst Tschabuschnig vom Restaurant B 111 in der Bahnhofstraße, wo Kölner Hooligans die Glasinnentüre eingetreten haben. Auch Christof Waldner, Chef der "Walasco-Bar", hat "etwas dagegen", wenn die Köln-Fans wieder kommen wollen: "Bei dieser Sachbeschädigung hört der Spaß auf."
Katastrophe
Für Kurt Genser, Geschäftsführer der Karnischen Tourismusgesellschaft (KT) der auf einer Messe weilt, sind die Randale in Hermagor eine Katastrophe: "Bei der Buchung, die nicht über die Tourismusorganisation in Hermagor erfolgte, ist nicht feststellbar, welche Fans einen Fußballklub begleiten." Dies bestätigt auch Markus Brandstätter, Tourismusbüroleiter von Hermagor: "Schade, dass einige wenige, eine sonst Supersache für die Region kaputtmachen."
Mit "Begeisterung ja - Krawalle nein", distanziert sich die Fangemeinde des 1. FC Köln in einem offenen Brief an die Bürger von Hermagor und Tröpolach von den Zwischenfällen.












