Wirtschaftsmotor Wasserschutz
Effizienter Hochwasserschutz ist Wertschöpfung. Diese Erkenntnis erlangt eine Untersuchung der Schutzmaßnahmen entlang der Gail.

Foto © KK/LandHochwasserrückhalt am Beispiel Pressegger See. Im roten Bereich würde Wasser im Notfall rückgestaut
Effizienter Schutz vor Hochwasser ist, wie Naturereignisse in ganz Europa in jüngerer Vergangenheit gezeigt haben, nach wie vor ein wichtiges Thema. Auch im Bezirk Hermagor ist man sich des Risikopotenzials der Gail seit Langem bewusst. Erste Schutzmaßnahmen wurden schon vor 135 Jahren errichtet.
Dass die modernen Maßnahmen für die Region enorm wichtig sind, wurde nun durch eine Studie des Joanneum Research (Graz) eindrucksvoll bewiesen. Im Auftrag des Lebensministeriums (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) und der Wasserwirtschaft Kärnten ermittelte Studienleiter Franz Prettenthaler die Wirtschaftlichkeit der Hochwasserbauten. "Wir haben ermittelt, dass durch den Hochwasserschutz im Gebiet der Gail Bausubstanz im Wert von 570 Millionen Euro geschaffen werden konnte", so Prettenthaler im Rahmen der Studienpräsentation gestern in Villach.
Geldrückfluss
"Es lässt sich feststellen, dass in den betroffenen Gebieten ein gar nicht kleines Wertschöpfungsverhältnis von 1:9 herrscht", so Prettenthaler weiter. Das bedeute, dass eine investierte Million durch die folgende Wertschöpfung im Gebiet neun Millionen einbringen würde.
Gernot Koboltschnig von der Schutzwasserwirtschaft Kärnten erklärt das Schutzsystem im Bezirk Hermagor: "Es handelt sich um sogenannte Längs-, Quer- und Ringdämme. Erstere grenzen das Wasser ein, Letztere schützen Wohngebiete in einer Art Ring und Querdämme sorgen dafür, dass nicht aufgehaltenes Wasser rückgestaut werden kann", so der Fachmann. Entlang der Gail gebe es 20 Rückhaltebecken, die Hochwasser im Notfall rechtzeitig aufnehmen und damit schlimmere Schäden verhindern.
Features
Hochwasserschutz
Historisch. Vor 135 Jahren wurden im Bereich der Gail erste Schutzmaßnahmen getätigt. Besonders wichtig waren diese während des Ersten Weltkrieges, als die Eisenbahnverbindung für die Versorgung mit Nachschub sichergestellt sein musste.
Modern. Das Schutzkonzept (auf der Grundlage des sogenannten Hochwasserrückhaltes) stammt zwar schon aus dem Jahre 1935, es wird aber ständig durch moderne Baumaßnahmen auf den neuesten Stand gebracht. Insbesondere nach den Hochwassern von 1965 und 1966 war eine Modernisierung notwendig. Die Maßnahmen (Längs-, Quer- und Ringdämme) sollen vor allem Schutz vor einem "hundertjährlichen Hochwasser", also ein Ereignis, das statistisch einmal alle 100 Jahre stattfindet, gewähren.











