Postfuchs hat im Gailtal Probleme
Wegen "Vertragsverletzung" kündigte die Post Vertrag mit Postpartner in Dellach. In Grafendorf hat Betreiber der Poststelle gekündigt, in Kirchbach wird aus Postamt ein Postpartner.

Foto © KK/KIRCHBACHER.AT/PRESSESTELLE Das Postamt Kirchbach wird bald Geschichte sein, auch Postpartner haben "aufgegeben"
Von Kötschach-Mauthen bis Kirchbach gibt es seit einer Woche für die Bevölkerung keine postalische Versorgung. Der Vertrag mit Johannes Zauchner, dem Postpartner in Dellach/Gail, wurde mit 15. Juni vorzeitig aufgelöst und die EDV abgeschaltet. "Es hat Vertragsverletzungen gegeben, über die noch geredet werden muss. Nun versuchen wir mit der Gemeinde einen neuen Partner zu finden", sagt Post-Pressesprecher Andreas Pachler. "Für die Auflösung gibt es beiderseitige Gründe, die diese Woche noch besprochen werden", sagt Johannes Zauchner. Der Wirt vom Gasthof Post in Dellach, der auch Vizebürgermeister ist, hat die Postpartnerstelle Anfang Juni 2006 übernommen.
"Laut Auskunft der Post führten Probleme finanzieller Art zur Schließung. Eine Woche davor teilte die Post mit, dass Gefahr im Verzug ist. Nach der Revision wurde zugesperrt," sagt Christine Ploner. Die Bürgermeisterin von Dellach hat die Post auf den "Versorgungsauftrag hingewiesen" und drängt auf eine schnelle Lösung. "Ohne Post geht es nicht. Ich hoffe, dass die Wirtschaft dieses Service übernimmt, sonst muss sich die Gemeinde etwas einfallen lassen."
Ohne Postversorgung
Geschlossen ist seit Mitte April auch die Postservice-Stelle im Gasthof Jantschgi in Grafendorf (Gemeinde Kirchbach), die im Juli 2002 eröffnet wurde. "Die Post hat uns eine Qualitätsoffensive angeboten. Nach Berechnungen hätten wir aber für mehr Leistungen weniger Geld als vorher erhalten. Daher haben wir gekündigt. Die Ausstattung der Servicestelle hat die Post nicht geholt", sagt Hermann Jantschgi, zugleich Bürgermeister von Kirchbach. Als solcher ist er auch mit der im September geplanten Schließung des Postamtes in Kirchbach konfrontiert. "Dort übernimmt das Elektro-Unternehmen ?Elektrischer Otto' von Martin Hohenwarter die Postpartner-Stelle", sagt Jantschgi.
Gefahr
"Wir bemühen uns auch in Grafendorf um eine neue Servicestelle. Der Post-Trend geht in ländlichen Regionen zu mehr fremdbestimmten Postpartnern die auf Provision arbeiten und bei Geldgeschäften von mobilen Finanzberatern unterstützt werden", sagt Pachler. "Im Bezirk Hermagor ist jetzt eine große Region ohne Postversorgung. Auf diese Gefahr haben wir seit Jahren hingewiesen", sagt Helmut Omotta, Vorsitzender der PostGewerkschaft.












